Amorphophallus – Pflege, Vermehrung & Arten (aus eigener Kultur)

Amorphophallus – Botanische Illustration des Habitus

Allgemeine Infos über Amorphophallus

Amorphophallus ist eine faszinierende Gattung knollenbildender Aronstabgewächse mit oft spektakulären Blütenständen und großen Einzelblättern. Die Arten stammen vor allem aus Afrika und Asien. Einige Arten sind berühmte Sammlerpflanzen, andere werden regional sogar als Nutzpflanzen kultiviert.
  • Botanischer Name: Amorphophallus
  • Trivialname: Teufelszunge
  • Gattung: Amorphophallus
  • Familie: Araceae
  • Ordnung: Alismatales
  • Herkunft: Afrika, tropisches bis subtropisches Asien und einige pazifische Regionen.
  • Verwendungszwecke: Gewächshaus, Wintergarten, Solitärpflanze, Wohnraum
  • Arten: Über 200
  • Preis: Je nach Art sehr unterschiedlich, von günstig bis hochpreisig im Sammlerbereich.
  • Seltenheitsgrad: Verbreitet
  • Giftig: Ja

Wie sehen Amorphophallus aus?

Amorphophallus – Botanische Detailillustration
Amorphophallus – Botanische Illustration der Blüte
  • Blüte:

    Die Blütenstände bestehen aus einem auffälligen Kolben mit großer Spatha und können je nach Art stark unterschiedlich groß sein. Manche Arten verströmen während der Blüte einen intensiven Geruch zur Bestäuberanlockung.

  • Blütenfarben: Weiß, Creme, Grün, Violett, Braun, Rot
  • Blütezeit: April, Mai, Juni, Juli
  • Wuchsform: Knollengewächs
  • Wuchsgeschwindigkeit: Mittel
  • Höhe: 150 cm – Je nach Art reicht die Höhe von etwa 30 cm bis ungefähr 150 cm oder mehr.
  • Durchmesser: 120 cm – Große Arten können mit ihrem Blatt gut 60 bis 120 cm Durchmesser erreichen.
  • Nutzpflanze: Ja

Die Amorphophallus-Pflege in Kurzform

  • Licht (Sommer): Hell, indirektes Licht
  • Licht (Winter): Hell, indirektes Licht
  • Temperatur (Sommer): Warm (24–30 °C)
  • Temperatur (Winter): Kühl (5–10 °C)
  • Substrat: Sukkulenten-/Kakteenmischung, Humos, Kokosfaser
  • Gießen: Regelmäßig feucht, aber nicht nass
  • Schwierigkeit: Mittel
  • Dünger (Häufigkeit): Monatlich
  • Dünger (Art): Flüssigdünger im Gießwasser
  • Vermehrung: Teilung, Aussaat, Kindel
  • Schädlinge: Spinnmilben, Thripse, Wollläuse, Trauermücken
  • Krankheiten: Wurzelfäule, Pilzkrankheiten allgemein, Nährstoffmangel

Wichtig ist der Wechsel zwischen Wachstumszeit und Ruhephase. Während des Austriebs und Blattwachstums regelmäßig gießen, warm halten und moderat düngen. Zieht das Blatt ein, wird deutlich trockener kultiviert, damit die Knolle gesund bleibt.

Die Amorphophallus-Pflege im Detail

Amorphophallus braucht in der aktiven Phase ein luftiges, nährstoffreiches Substrat, viel indirektes Licht und ausreichend Wärme. Große Knollen verbrauchen erstaunlich viel Energie, daher lohnt eine gleichmäßige, aber nicht extreme Versorgung mit Wasser und Dünger. Sobald das Blatt altert und einzieht, wird die Wassergabe reduziert. Knollen können je nach Art im Topf oder trocken überwintert werden. Dauerhafte Nässe in der Ruhephase ist der häufigste Ausfallgrund.

Vermehrung von Amorphophallus

Amorphophallus lässt sich je nach Art über Tochterknollen, Brutknollen oder Aussaat vermehren. Kleine Knollen werden in der neuen Saison warm und nur leicht feucht angetrieben, bis Wurzeln sichtbar sind. Saatgut muss frisch sein und keimt bei Wärme und gleichmäßiger Feuchte am besten.

Amorphophallus – Botanische Illustration der Vermehrung
Amorphophallus – Botanische Illustration von Frucht und Samen

Saison-Kalender

– = keine Aktivität · + = gering · ++ = aktiv/intensiv

Monat Gießen Düngen Umtopfen Sonne Blüte Winter Hinweise
Jan Wenig Nein Nein Hell indirekt Selten Viele Arten ruhen Knollen kontrollieren
Feb Wenig Nein Nein Hell indirekt Möglich Viele Arten ruhen Trocken lagern möglich
Mär Mäßig Leicht Ja Hell indirekt Ja Austrieb möglich Neu topfen
Apr Regelmäßig Leicht Ja Hell indirekt Ja Wachstumsbeginn Warm anstellen
Mai Regelmäßig Ja Ja Hell indirekt Ja Kräftige Versorgung Kräftig düngen
Jun Regelmäßig Ja Nein Hell indirekt Möglich Nicht austrocknen lassen Luftig halten
Jul Regelmäßig Ja Nein Hell indirekt Selten Großes Blatt versorgen Schädlingskontrolle
Aug Regelmäßig Ja Nein Hell indirekt Selten Düngen sinnvoll Nicht vernässen
Sep Mäßig Leicht Nein Hell indirekt Selten Gießmenge langsam senken Ruhe vorbereiten
Okt Wenig Nein Ja Hell Nein Einzug möglich Laub kann einziehen
Nov Wenig Nein Ja Hell Nein Ruhephase Knollen trocken prüfen
Dez Wenig Nein Nein Hell Nein Ruhephase Kühl bis mild lagern

Meine Erfahrungen mit Amorphophallus

Amorphophallus kultiviert man am besten mit Blick auf den Lebenszyklus. Aus der Knolle treibt oft zuerst eine spektakuläre Blüte oder später ein großes Einzelblatt aus. Während der Wachstumsphase möchten die Pflanzen Wärme, Wasser und Nährstoffe, in Ruhephasen hingegen deutlich weniger Feuchtigkeit. Wer diesen Wechsel beachtet, kommt meist gut zurecht.

Beliebte Arten von Amorphophallus

Amorphophallus konjac

Bekannte Art mit großer Knolle und markanter Blüte.

Amorphophallus titanum

Berühmte Riesenart mit enormem Blütenstand.

Amorphophallus bulbifer

Beliebte Kulturart mit Brutknollenbildung.

Amorphophallus paeoniifolius

Kräftige Art, regional auch als Nutzpflanze bekannt.

Amorphophallus – Botanische Illustration des natürlichen Lebensraums

Häufige Probleme & Lösungen

SymptomUrsacheLösung
Faulende Knolle Zu viel Nässe in Ruhe oder bei kühlen Temperaturen Knolle trockener halten und in durchlässiges Substrat setzen. Schwacher Austrieb

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Nützliches Zubehör

Wird ähnlich gepflegt wie Amorphophallus

Häufige Fragen

Warum riechen manche Amorphophallus-Arten unangenehm?

Der Geruch lockt Bestäuber an und gehört zur natürlichen Bestäubungsstrategie einiger Arten.

Braucht Amorphophallus eine Ruhephase?

Bei vielen Arten ja, besonders nach dem Einziehen des Blattes.

Wie gieße ich Amorphophallus richtig?

Während des Wachstums regelmäßig, in Ruhephasen deutlich sparsamer.

Kann man Amorphophallus im Wohnzimmer halten?

Kleinere Arten ja, große Arten sind eher etwas für Gewächshaus oder Wintergarten.

Ist Amorphophallus essbar?

Einige Arten werden regional genutzt, viele sind aber vor allem Sammler- und Zierpflanzen.