Die Pflege von Sukkulenten und Kakteen

Kakteen & Sukkulenten aus trockenen Regionen

Kakteen und Sukkulenten sind weltweit von extrem heißen, trockenen Regionen (Afrika/Amerika) bis hin zu gemäßigtem Klima (Europa) verbreitet. Ob Wüsten oder Gebirge, viele Gattungen sind sehr anpassungsfähig und daher auch pflegeleicht. Du kannst alle möglichen Formen pflegen; säulen- & rosettenförmig, Bodendecker, Kletter- & Hängearten bis hin zu Sträuchern und Baumartigen. Oft sind Kakteen und Sukkulenten langsamwachsend. Viele Blattsukkulenten wachsen jedoch recht schnell.

Kakteen & Sukkulenten aus tropischen Regionen

Kakteen und Sukkulenten aus tropischen und subtropischen Regionen sind wenig Sonne gewöhnt. Dafür mögen sie mehr Wasser und eine höhere Luftfeuchtigkeit als die Arten aus Wüstenregionen. Viele dieser Gattungen und Arten stammen aus Südamerika und wachsen epiphytisch. Sie klettern oder hängen also an Bäumen. Diese meist sehr pflegeleichten Blattkakteen und Sukkulenten erinnern durch ihre atemberaubende Blütenpracht an Orchideen.

Die Pflege beliebter Sukkulenten

Trotz ihrer Verschiedenheit sind Kakteen und andere Sukkulenten überraschend ähnlich in ihren Bedürfnissen an die Umwelt. Ihre Anpassungsfähigkeit macht ihren unschätzbaren Wert in trockenen Klimazonen aus. Sie brauchen lediglich Sonne, je mehr, desto besser. Außerdem perfekt drainierten, aber nährstoffreichen Boden. So sind Wüstenböden normalerweise sehr fruchtbar, wie die bei künstlicher Bewässerung erzielte Ausbeute von Feldfrüchten beweist. Außerdem muss man diesen Gewächsen erlauben, während der Ruhepause im Winter komplett auszutrocknen. Auch wenn sie zu jenen Zeiten scheinbar in alamierender Weise zusammenfallen, sollte man sich keine Sorgen machen, denn sie erholen sich im Frühjahr nach dem ersten Gießen so schnell, dass man dabei förmlich zusehen kann. Die meisten können ein oder zwei Minusgrade hinnehmen, solange sie wirklich trocken sind, aber am besten sollte man sie als nicht frosthart ansehen und folglich nur in Zonen mit sehr milden Wintern im Freien pflegen. Von herkömmlichen Pflanzen weicht ihre Erscheinungsform so sehr ab, dass sie im Garten sorgfältig positioniert werden sollten. Die meisten Leute finden es am einfachsten, sie als Einzelpflanzen zu pflegen, aber man kann sie durchaus gruppenweise anpflanzen. Wählt man einige Wüstensträucher wie Senna artemisiodes als Hintergrund und fügt dann noch einige teppichartige Einjährige wie Portulacas hinzu, kann man die Bepflanzung mit dem Rest des Gartens sicher problemlos abstimmen. Auch hier sollte man jedoch sehr zurückhaltend gestalten. Pflanzen mit besonders üppigem Wuchs, wie z.B. Petunien würden sich neben einer solchen Gruppe nicht gut machen. Sukkulenten lassen sich gut in Töpfen ziehen und können je nach Klima eine ideale Wahl für einen Topf sein, der an einer Stelle steht, wo häufiges Gießen ohnehin sehr lästig wäre, beispielsweise auf einem Dach oder Balkon. In kälteren Zonen wie bei uns, besonders in solchen mit nassen Wintern, ist die Topfkultur die einzige Möglichkeit, Sukkulenten entweder im Hause oder in einem frostgeschützten Gewächshaus zu ziehen. Die Größe des Topfes sollte der Pflanze angepasst sein. Tontöpfe sind Plastiktöpfen vorzuziehen, denn Ton lässt den Boden viel schneller austrocknen. Eine offene, aber doch nährstoffreiche Substratmischung ist ideal. So kann man beispielsweise versuchen, der regelmäßig im Handel erhältlichen Kakteenerde etwas Bims hinzuzusetzen und die Pflanzen mit Lava zu mulchen, um ihre Hälse trocken zu halten. Man sollte den Pflanzen stets soviel Sonne und frische Luft geben wie möglich und sie im Frühjahr und Frühsommer während des Wachstums üppig düngen und wässern. Danach gibt man weniger Wasser, bis die Pflanzen bei der Rückkehr des kalten Wetters buchstäblich knochentrocken sind. Fast alle Kakteen und Sukkulenten lassen sich leicht durch die Entnahme von Stecklingen an den Seitentrieben vermehren. Das Frühjahr ist dazu meist die beste Zeit. Zu beachten ist lediglich, dass man die Sukkulenten nicht allzu reichlich mit Wasser versorgen sollte, bis sich die neuen Wurzeln gut entwickelt haben. Tatsächlich ist die übermäßige Bewässerung der größte begehbare Fehler, weil er zu einem Befall der Wurzeln und später auch des Pflanzenkörpers durch Botrytis führen kann. Nicht immer lässt sich dann die Pflanze noch retten, indem man aus den nicht befallenen Pflanzenteilen Stecklinge gewinnt, nachdem man alles mit einem starken Pilzvernichtungsmittel übergossen hat. Die Schildlaus ist ein anderer zu beachtender Schädling. Sie kann entweder den Wachstumspunkt von Kakteen wegfressen oder die Wurzeln fast aller beliebigen Sukkulenten befallen. Sobald Anzeichen eines Befalls durch dieses Insekt sichtbar werden, sollte man die Pflanzenspitze einsprühen und die Wurzeln in ein starkes Insektenvernichtsmittel tauchen.

Die einzige Ausnahme, was die eben beschriebene klimaabhängige Pflege betrifft, sind die epiphytischen Waldkakteen – die Blattkakteen, die Weihnachtskakteen und ihre Verwandtschaft. Diese sind nämlich eindeutig nicht frosthart, brauchen Wintertemperaturen deutlich oberhalb des Gefrierpunktes und lassen sich am besten in Hängekörben pflegen, da ihre für gewöhnlich abgeflachten, blattähnlichen Stengel zumeist herabhängen. Sie brauchen fruchtbare, gut drainierende Böden und sollten bei warmem Wetter gegossen werden, aber auch hier gilt als Faustregel: Kein Gießen im Winter. Sämtliche im Hause gepflegten Kakteen und Sukkulenten profitieren in der Regel sehr davon, wenn man sie im Sommer nach draußen bringt. Lautet die Wettervoraussage jedoch auf kaltes und regnerisches Wetter, sind sie sofort wieder hereinzunehmen oder mindestens mit einem Regenschutz zu versehen.

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