Anacamptis – Pflege, Vermehrung & Arten (aus eigener Kultur)

Anacamptis – Botanische Illustration des Habitus

Allgemeine Infos über Anacamptis

  • Botanischer Name: Anacamptis
  • Gattung: Anacamptis
  • Familie: Orchidaceae
  • Ordnung: Asparagales
  • Herkunft: Europa, Mittelmeerraum, Nordafrika und bis nach Vorderasien.
  • Verwendungszwecke: Freiland, Kalthaus, Gewächshaus
  • Arten: Rund 20 Arten
  • Preis: 15–35 €
  • Seltenheitsgrad: Selten
  • Giftig: Nein

Wie sehen Anacamptis aus?

  • Blüte: Die Blüten erscheinen in dichten oder lockeren Ähren und sind häufig rosa, pink, purpur, weiß oder zweifarbig. Typisch sind gespornt wirkende Blüten und eine aufrechte, natürliche Wiesenorchideen-Anmutung.
  • Blütenfarben: Weiß, Pink, Magenta, Violett, Zweifarbig
  • Blütezeit: April, Mai, Juni, Juli
  • Wuchsform: Rosette
  • Höhe: 30 cm – Je nach Art erreichen Anacamptis-Orchideen meist etwa 15 bis 30 cm Höhe, einzelne Arten auch darüber.
  • Durchmesser: 12 cm – Die basale Blattrosette bleibt meist kompakt und liegt oft bei etwa 8 bis 12 cm Durchmesser.

Die Anacamptis-Pflege in Kurzform

    Sehr hell bis sonnig, in durchlässigem, eher magerem Substrat kultivieren. Während des Wachstums mäßig gießen, in Ruhephasen deutlich trockener halten. Kühl überwintern und Staunässe an den Knollen vermeiden.

    Die Anacamptis-Pflege im Detail

    Anacamptis ist eine terrestrische Orchidee für helle, oft sonnige Standorte. Das Substrat sollte sandig, locker und gut drainiert sein, gern mit etwas humosem Anteil, aber nie schwer oder dauerhaft nass. Während der aktiven Wachstums- und Blütezeit wird mäßig gegossen, ohne die Knollen vernässen zu lassen. Nach der Blüte und beim Einziehen des Laubes wird die Wassergabe reduziert. Die Winter- beziehungsweise Ruhephase sollte kühl ausfallen. Gedüngt wird nur sehr sparsam, da viele Arten aus mageren Lebensräumen stammen. Wer die Pflanze wie eine tropische Zimmerorchidee behandelt, bekommt meist Probleme mit Fäulnis oder ausbleibendem Austrieb.

    Vermehrung von Anacamptis

    Anacamptis lässt sich theoretisch durch Aussaat und in Einzelfällen durch vorsichtige Teilung beziehungsweise Tochterknollen vermehren. In der Praxis ist die generative Vermehrung deutlich üblicher, erfordert aber Geduld und oft spezielle Bedingungen, weil Orchideensamen sehr fein sind. Bei der vegetativen Vermehrung darf man die Knollen nur in absolut gesundem Zustand behandeln, da Fäulnis sonst schnell eintritt. Terrestrische Orchideen dieser Artengruppe reagieren empfindlich auf unnötige Störungen.

    Saison-Kalender

    – = keine Aktivität · + = gering · ++ = aktiv/intensiv

    Monat Gießen Düngen Umtopfen Sonne Blüte Winter Hinweise
    Jan Wenig Kein Duenger Nein Sehr hell Selten Kalt bis kühl halten Nicht warm überwintern
    Feb Wenig Kein Duenger Nein Sehr hell Selten Kalt bis kühl halten Substrat nur leicht feucht
    Mär Maessig Sehr schwach Nein Sonnig Möglich Austrieb beginnt Schnecken kontrollieren
    Apr Maessig Sehr schwach Nein Sonnig Häufig Wachstumszeit Nicht überdüngen
    Mai Maessig Sehr schwach Nein Sonnig Häufig Wachstumszeit Samenansatz möglich
    Jun Maessig Nein Nein Sonnig Möglich Einzug möglich Nach Blüte allmählich weniger Wasser
    Jul Wenig Nein Ja Sonnig Selten Ruhezeit beginnt Knollenruhe beachten
    Aug Wenig Nein Ja Sonnig Selten Ruhezeit Jetzt Umtopfen möglich
    Sep Wenig Nein Ja Sehr hell Selten Ruhezeit Trockenere Ruhephase
    Okt Wenig Nein Ja Sehr hell Selten Ruhezeit Ruhe nicht stören
    Nov Wenig Nein Nein Sehr hell Selten Ruhezeit Kühl lagern oder draußen frostfrei
    Dez Wenig Nein Nein Sehr hell Selten Ruhezeit Keine Staunässe

    Meine Erfahrungen mit Anacamptis

    Anacamptis verhält sich völlig anders als tropische Orchideen. Wer die Pflanzen ganzjährig warm und ständig feucht hält, verliert sie oft schnell. Entscheidend ist ein mineralisch-durchlässiges, dennoch leicht humoses Substrat und ein sauberer Wechsel zwischen Wachstumszeit und Sommer- oder Winterruhe, je nach Art und Herkunft. Besonders heikel ist Staunässe an den Knollen.

    Beliebte Arten von Anacamptis

    Anacamptis morio

    Ist eine bekannte europäische Wiesenorchidee mit violettrosa Blüten.

    Anacamptis pyramidalis

    Fällt durch den anfangs pyramidenförmigen Blütenstand auf.

    Anacamptis laxiflora

    Zeigt lockerere Blütenstände und wirkt sehr elegant.

    Anacamptis coriophora

    Ist botanisch interessant und in Sammlungen geschätzt.

    Anacamptis papilionacea

    Trägt auffällige, große Blüten und stammt aus dem Mittelmeerraum.

    Häufige Probleme & Lösungen

    SymptomUrsacheLösung
    Faulende Knollen Zu nasses Substrat in Ruhephasen Trockener und deutlich mineralischer kultivieren. Kein Austrieb im Frühjahr

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    Nützliches Zubehör

    Wird ähnlich gepflegt wie Anacamptis

    Häufige Fragen

    Ist Anacamptis eine Zimmerorchidee?

    Nein, es handelt sich um terrestrische Orchideen mit anderem Jahresrhythmus als Phalaenopsis und Co.

    Braucht Anacamptis Sonne?

    Ja, viele Arten mögen sehr helle bis sonnige Plätze.

    Warum fault die Knolle?

    Meist wegen zu nassem Substrat in der Ruhezeit.

    Kann Anacamptis im Freien wachsen?

    Ja, je nach Art und Klima ist eine Kultur im Kalthaus oder geschützt im Freiland möglich.

    Soll man stark düngen?

    Nein, Anacamptis bevorzugt eher magere Bedingungen.