Cavendishia funktioniert am besten wie eine Mischung aus tropischer Ericaceae und Orchidee: luftig, sauer, kalkarm und sehr hell, aber ohne harte Mittagssonne. In normaler Blumenerde werden die feinen Wurzeln schnell geschädigt. Stabile Luftfeuchte ist wichtiger als häufiges Düngen.
Cavendishia – Pflege, Vermehrung & Arten (aus eigener Kultur)
Allgemeine Infos über Cavendishia
- Botanischer Name: Cavendishia
- Trivialname: Neotropische Heidelbeere
- Gattung: Cavendishia
- Familie: Ericaceae
- Ordnung: Ericales
- Herkunft: Montane tropische Wälder von Mexiko über Mittelamerika bis in die Anden und das nördliche Südamerika; viele Arten wachsen epiphytisch in feuchten Nebel- und Bergwäldern.
- Verwendungszwecke: Gewächshaus, Wintergarten, Hängeampel, Solitärpflanze
- Arten: Etwa 100 bis 150 Arten.
- Preis: Selten und meist teuer; erhältlich eher über tropische Spezialgärtnereien, Sammler oder botanische Tauschquellen.
- Seltenheitsgrad: Selten
- Giftig: Nein
Wie sehen Cavendishia aus?
- Blüte: Die Blüten sind röhrig bis urnenförmig, häufig von farbigen Hochblättern begleitet und können rosa, rot, orange, gelblich oder grünlich wirken. Viele Arten bilden dunkle, beerenartige Früchte.
- Blütenfarben: Pink, Rot, Orange, Gelb, Grün, Zweifarbig, Mehrfarbig
- Blütezeit: Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, November, Dezember
- Wuchsform: Strauch, Hängend
- Höhe: 300 cm – Viele Arten bleiben in Kultur etwa 100 bis 300 cm hoch; einzelne Arten können größer werden.
- Durchmesser: 200 cm – Je nach Art und Schnitt etwa 80 bis 200 cm Breite oder Trieblänge.
- Nutzpflanze: Ja
Die Cavendishia-Pflege in Kurzform
Cavendishia braucht helles, indirektes Licht, hohe Luftfeuchte, kalkarmes Wasser und ein sehr luftiges, saures Substrat. Die Wurzeln dürfen nicht austrocknen, aber auch nie in nasser Erde stehen. Im Winter bleibt die Pflanze warm bis mild, hell und gleichmäßig feucht. Düngung nur schwach und regelmäßig während aktiver Wachstumsphasen.
Die Cavendishia-Pflege im Detail
Die Kultur gelingt am ehesten im temperierten bis warmen Gewächshaus, in einer großen Vitrine oder in einem sehr hellen Wintergarten. Das Substrat sollte epiphytisch aufgebaut sein: Rinde, Sphagnum, grobe Humusanteile und etwas mineralische Struktur. Gegossen wird mit Regenwasser, sobald das Substrat leicht antrocknet. Zusätzliches Besprühen kann helfen, ersetzt aber keine ausreichende Wurzelfeuchte. Direkte Mittagssonne verursacht Blattflecken, zu wenig Licht verhindert Blüte. Gedüngt wird salzarm und schwach, ähnlich wie bei empfindlichen Orchideen.
Vermehrung von Cavendishia
Cavendishia wird in Kultur meist über Stecklinge vermehrt. Halbverholzte Triebspitzen werden in eine luftige, saure Mischung aus feiner Rinde, Sphagnum und etwas Humus gesetzt. Hohe Luftfeuchte und Wärme fördern die Bewurzelung, stehende Nässe führt jedoch schnell zu Fäulnis. Aussaat aus reifen Beeren ist möglich; die feinen Samen werden oberflächlich ausgesät und benötigen gleichmäßige Feuchte, Wärme und saubere Bedingungen. Jungpflanzen wachsen anfangs langsam und sollten nur sehr schwach gedüngt werden.
Saison-Kalender
– = keine Aktivität · + = gering · ++ = aktiv/intensiv
| Monat | Gießen | Düngen | Umtopfen | Sonne | Blüte | Winter | Hinweise |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jan | Mäßig | Nein | Nein | Hell indirekt | Möglich | Warm hell | Luftfeuchte erhöhen |
| Feb | Mäßig | Nein | Nein | Hell indirekt | Möglich | Warm hell | Kalkarm gießen |
| Mär | Regelmäßig | Schwach | Möglich | Hell indirekt | Möglich | Warm hell | Lüften |
| Apr | Regelmäßig | Schwach | Ideal | Hell indirekt | Möglich | Warm hell | Epiphytisch topfen |
| Mai | Regelmäßig | Schwach | Möglich | Halbschatten | Möglich | Warm hell | Nicht austrocknen |
| Jun | Regelmäßig | Schwach | Möglich | Halbschatten | Möglich | Warm hell | Keine Mittagssonne |
| Jul | Regelmäßig | Schwach | Nein | Halbschatten | Möglich | Warm hell | Keine Staunässe |
| Aug | Regelmäßig | Schwach | Nein | Halbschatten | Möglich | Warm hell | Luftig halten |
| Sep | Regelmäßig | Schwach | Möglich | Hell indirekt | Möglich | Warm hell | Schwach düngen |
| Okt | Mäßig | Nein | Möglich | Hell indirekt | Möglich | Warm hell | Wärme sichern |
| Nov | Mäßig | Nein | Nein | Hell indirekt | Möglich | Warm hell | Hell halten |
| Dez | Mäßig | Nein | Nein | Hell indirekt | Möglich | Warm hell | Hell halten |
Meine Erfahrungen mit Cavendishia
Beliebte Arten von Cavendishia
Cavendishia bracteata
Ist weit von Südmexiko bis Bolivien verbreitet und besitzt auffällige Hochblätter und Beeren.
Cavendishia complectens
Wächst epiphytisch in feuchten Bergwäldern Mittelamerikas.
Cavendishia grandifolia
Ist für große Blätter, attraktive Blüten und essbare neotropische Heidelbeerfrüchte bekannt.
Cavendishia callista
Bildet epiphytische Sträucher mit auffälliger Blüte aus Mittel- bis Südamerika.
Häufige Probleme & Lösungen
| Symptom | Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| Wurzelfäule | Zu dichte Erde oder stehendes Wasser | In grobes Rinden-Sphagnum-Substrat setzen und sehr luftig kultivieren. Braune Blattränder |
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Häufige Fragen
Ist Cavendishia essbar?
Einige Arten bilden essbare Beeren, trotzdem sollte nur eindeutig bestimmte und unbelastete Frucht verwendet werden.
Ist Cavendishia eine Zimmerpflanze?
Nur bedingt; sie braucht meist Gewächshausbedingungen mit hoher Luftfeuchte.
Welche Erde braucht Cavendishia?
Ein grobes, saures und luftiges Rinden-Sphagnum-Substrat ist besser als Blumenerde.
Warum bekommt Cavendishia braune Ränder?
Häufig sind trockene Luft, Salzstress oder kalkhaltiges Wasser die Ursache.
Wie vermehrt man Cavendishia?
Meist über halbverholzte Stecklinge oder über feines Saatgut aus reifen Beeren.
