Chamaesyce ist deutlich robuster als viele seltene Tropengehölze, aber wegen des Euphorbia-Milchsafts nicht harmlos. In Töpfen funktioniert die Kultur am besten sehr hell, warm und eher trocken. Viele Arten sind kurzlebig und werden sinnvoller über Samen als über mehrjährige Überwinterung erhalten.
Chamaesyce – Pflege, Vermehrung & Arten (aus eigener Kultur)
Allgemeine Infos über Chamaesyce
- Botanischer Name: Chamaesyce Gray
- Trivialname: Niederliegende Wolfsmilch
- Gattung: Chamaesyce
- Familie: Euphorbiaceae
- Ordnung: Malpighiales
- Herkunft: Die zu Chamaesyce gestellten Arten sind weltweit in warmen, trockenen bis subtropischen Regionen verbreitet. Viele Arten besiedeln offene Böden, Wegränder, Pflasterfugen, Sandflächen oder saisonal trockene Standorte.
- Verwendungszwecke: Gewächshaus, Steingarten, Felsengarten, Freiland, Bodenbedecker
- Arten: Heute meist in Euphorbia eingeschlossen; als Chamaesyce werden zahlreiche kriechende bis aufrechte Wolfsmilch-Arten verstanden.
- Preis: Häufig nicht als Zierpflanze verkauft; manche Arten treten eher als Wildkraut oder Spezial-Saatgut auf.
- Seltenheitsgrad: Verbreitet
- Giftig: Ja
Wie sehen Chamaesyce aus?
- Blüte: Die Blütenstände sind winzige Cyathien, wie sie für Euphorbia typisch sind. Sie wirken meist grünlich bis rötlich oder gelblich und sind kaum als klassische Blüten erkennbar.
- Blütenfarben: Grün, Gelb, Rot, Creme
- Blütezeit: Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober
- Wuchsform: Kriechend, Bodendecker, Strauch
- Höhe: 40 cm – Viele Arten bleiben niedrig und erreichen etwa 5 bis 40 cm Höhe, einzelne aufrechte Arten können höher werden.
- Durchmesser: 80 cm – Niederliegende Arten können flache Matten von etwa 20 bis 80 cm Durchmesser bilden.
- Nutzpflanze: Ja
Die Chamaesyce-Pflege in Kurzform
Chamaesyce braucht viel Licht, Wärme und ein gut drainiertes Substrat. Die meisten Arten werden eher trocken bis mäßig gegossen und vertragen keine dauerhafte Staunässe. Viele Vertreter sind kurzlebig, einjährig oder werden über Samen erhalten. Der Milchsaft kann Haut und Schleimhäute reizen.
Die Chamaesyce-Pflege im Detail
Eine Kultur ist in magerem, sandig-mineralischem Substrat am einfachsten. Im Sommer stehen die Pflanzen möglichst sonnig und warm. Gegossen wird durchdringend, danach sollte das Substrat wieder abtrocknen. Gedüngt wird nur selten und schwach, weil zu nährstoffreiche Kultur zu weichem Wuchs führt. Frost wird von den meisten Arten nicht vertragen. Für eine kontrollierte Sammlung sollten Samenstände beobachtet werden, da viele Arten sich leicht selbst aussäen.
Vermehrung von Chamaesyce
Chamaesyce wird sehr leicht über Samen vermehrt, sofern die Art fruchtbare Samen bildet. Die Aussaat erfolgt warm und hell auf durchlässigem, eher mineralischem Substrat. Viele Arten keimen schnell und wachsen rasch weiter. Stecklinge sind ebenfalls möglich: Kleine Triebabschnitte werden kurz antrocknen gelassen und anschließend in leicht feuchtes, mineralisches Substrat gesteckt. Wegen des reizenden Milchsafts sollten beim Schneiden Handschuhe getragen werden.
Saison-Kalender
– = keine Aktivität · + = gering · ++ = aktiv/intensiv
| Monat | Gießen | Düngen | Umtopfen | Sonne | Blüte | Winter | Hinweise |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jan | Nur überwinterte Jungpflanzen sparsam gießen | Nicht düngen | Nicht relevant | Hell | Keine Blüte | Nicht frosthart, meist einjährig | Samen trocken lagern |
| Feb | Nur überwinterte Jungpflanzen sparsam gießen | Nicht düngen | Nicht relevant | Hell | Keine Blüte | Nicht frosthart, meist einjährig | Samen trocken lagern |
| Mär | Aussaat leicht feucht halten | Nicht oder sehr schwach düngen | Jungpflanzen pikieren | Hell und warm | Selten frühe Blüte | Aussaatphase | Warm keimen lassen |
| Apr | Mäßig gießen | Schwach dosiert möglich | Möglich | Hell bis vollsonnig | Beginn möglich | Wachstumsphase | Nicht zu nass halten |
| Mai | Mäßig bis regelmäßig gießen | Schwach dosiert möglich | Möglich | Vollsonnig bis halbschattig | Möglich | Wachstumsphase | Unkrautdruck beachten |
| Jun | Regelmäßig gießen, aber Staunässe vermeiden | Alle 4 bis 6 Wochen sehr schwach | Nur bei Bedarf | Vollsonnig bis halbschattig | Hauptzeit möglich | Wachstumsphase | Bei Topfkultur gleichmäßig versorgen |
| Jul | Regelmäßig gießen | Alle 4 bis 6 Wochen sehr schwach | Nur bei Bedarf | Vollsonnig bis halbschattig | Hauptzeit möglich | Wachstumsphase | Schädlingskontrolle |
| Aug | Regelmäßig gießen | Alle 4 bis 6 Wochen sehr schwach | Nur bei Bedarf | Vollsonnig bis halbschattig | Hauptzeit möglich | Wachstumsphase | Samenstände beobachten |
| Sep | Mäßig reduzieren | Nicht mehr düngen | Nicht mehr sinnvoll | Hell bis vollsonnig | Möglich | Samenreife | Samen ernten |
| Okt | Sparsam auslaufen lassen | Nicht düngen | Nicht mehr sinnvoll | Hell und geschützt | Samenreife möglich | Kultur beenden oder frostfrei stellen | Pflanzenreste entfernen |
| Nov | Meist keine Kulturphase | Nicht düngen | Nicht relevant | Hell | Keine Blüte | Keine Freilandkultur | Nur Saatgut überwintern |
| Dez | Meist keine Kulturphase | Nicht düngen | Nicht relevant | Hell | Keine Blüte | Keine Freilandkultur | Nur Saatgut überwintern |
Meine Erfahrungen mit Chamaesyce
Beliebte Arten von Chamaesyce
Euphorbia chamaesyce
Ist die namensgebende niederliegende Wolfsmilch aus dem Mittelmeerraum bis Zentralasien.
Euphorbia prostrata
Bildet flache Matten und tritt in warmen Regionen häufig auf gestörten Böden auf.
Euphorbia maculata
Ist eine kriechende Art mit kleinen Blättern und oft rötlicher Zeichnung.
Euphorbia serpens
Wächst sehr flach und kriechend und wird in warmen Regionen als Bodendecker oder Wildkraut beobachtet.
Euphorbia hypericifolia
Ist eine aufrechtere Art aus tropisch-subtropischen Regionen Amerikas.
Häufige Probleme & Lösungen
| Symptom | Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| Fäulnis an der Basis | Zu nasses Substrat bei wenig Licht | Trockener und mineralischer kultivieren, befallene Triebe entfernen Vergeilte Triebe |
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Häufige Fragen
Ist Chamaesyce noch eine gültige Gattung?
In modernen Datenbanken wird Chamaesyce meist als Synonym von Euphorbia behandelt. Für gärtnerische Zwecke beschreibt der Name weiterhin eine erkennbare Gruppe kleiner Wolfsmilch-Arten.
Ist Chamaesyce als Zimmerpflanze geeignet?
Nur eingeschränkt. Die Gattung ist botanisch interessant, aber im normalen Zimmer meist zu lichtarm und zu trocken; ein warmes Gewächshaus ist deutlich besser.
Ist Chamaesyce winterhart?
Nein. Die meisten Arten stammen aus tropischen oder subtropischen Regionen und sollten in Mitteleuropa frostfrei kultiviert werden.
Wie gießt man Chamaesyce?
Das Substrat sollte gleichmäßig, aber nie staunass gehalten werden. Zwischen den Wassergaben darf die Oberfläche leicht abtrocknen.
Wie vermehrt man Chamaesyce?
Meist über frisches Saatgut, teils auch über halbverholzte Stecklinge. Bei seltenen Gehölzen ist die Keimfähigkeit oft der begrenzende Faktor.
