Epipactis – Pflege, Vermehrung & Arten (aus eigener Kultur)

Epipactis – Botanische Illustration des Habitus

Allgemeine Infos über Epipactis

  • Botanischer Name: Epipactis
  • Trivialname: Stendelwurzen
  • Gattung: Epipactis
  • Familie: Orchidaceae
  • Ordnung: Asparagales
  • Herkunft: Vor allem Europa, West- und Nordasien sowie Teile Nordamerikas, meist in Wäldern, an Waldrändern oder auf humosen Böden.
  • Verwendungszwecke: Freiland, Kalthaus
  • Arten: Etwa 60–80 Arten
  • Preis: Nur selten im Handel, meist spezialisierte Angebote oder Nachzuchten.
  • Seltenheitsgrad: Kaum erhältlich
  • Giftig: Nein

Wie sehen Epipactis aus?

  • Blüte: Die Blüten sitzen in aufrechten Trauben und sind meist grünlich, cremefarben, rosa, purpurn oder braun getönt. Viele Arten wirken eher fein als spektakulär, botanisch sind sie aber sehr interessant.
  • Blütenfarben: Grün, Creme, Weiß, Pink, Violett, Braun
  • Blütezeit: Juni, Juli, August
  • Wuchsform: Strauch
  • Höhe: 50 cm – Je nach Art erreichen Epipactis-Pflanzen meist etwa 20 bis 50 cm Höhe, kräftige Exemplare teils mehr.
  • Durchmesser: 20 cm – Die Horste bleiben meist relativ schmal und erreichen ungefähr 10 bis 20 cm Breite.

Die Epipactis-Pflege in Kurzform

    Epipactis wächst terrestrisch und braucht humosen, lockeren Boden, halbschattige Lagen und eine kühle Winterruhe. Während des Wachstums gleichmäßig feucht halten, im Winter deutlich trockener. Keine klassische Fensterbankorchidee.

    Die Epipactis-Pflege im Detail

    Als Bodenorchidee verlangt Epipactis ein ganz anderes Kulturkonzept als epiphytische Orchideen. Geeignet sind tiefe Töpfe oder geschützte Freilandplätze mit humusreicher, lockerer, aber gut drainierter Erde. Im Frühjahr und Sommer wird gleichmäßig gegossen, sodass der Boden nie völlig austrocknet. Staunässe ist dennoch zu vermeiden. Ein halbschattiger Standort ist meist ideal. Im Winter ziehen die Pflanzen ein und möchten kühl bis kalt ruhen. Dann wird nur so viel Feuchtigkeit gegeben, dass das Rhizom nicht völlig austrocknet.

    Vermehrung von Epipactis

    Epipactis kann über Aussaat oder vorsichtige Teilung kräftiger Rhizomstücke vermehrt werden. In Kultur ist die generative Vermehrung schwierig, weil Orchideensamen besondere Bedingungen und meist Symbiosepartner benötigen. Teilungen sollten nur an etablierten, kräftigen Pflanzen vorgenommen werden und brauchen danach Zeit zur Erholung. Am sichersten ist ein Vorgehen zu Beginn des Austriebs oder kurz nach dem Einziehen.

    Saison-Kalender

    – = keine Aktivität · + = gering · ++ = aktiv/intensiv

    Monat Gießen Düngen Umtopfen Sonne Blüte Winter Hinweise
    Jan Wenig Nein Nein Halbschattig Nein Rhizome ruhen kühl Nicht vernässen
    Feb Wenig Nein Nein Halbschattig Nein Rhizome ruhen kühl Winterkälte wichtig
    Mär Mäßig Leicht organisch Ja Halbschattig Nein Austrieb beginnt Vor Schnecken schützen
    Apr Regelmäßig Leicht organisch Ja Halbschattig Möglich Wachstum aktiv Gleichmäßig feucht
    Mai Regelmäßig Leicht organisch Nein Halbschattig Möglich Wachstum aktiv Humosen Boden erhalten
    Jun Regelmäßig Nein Nein Halbschattig Hauptblüte Blütezeit Nicht umstellen
    Jul Regelmäßig Nein Nein Halbschattig Hauptblüte Blütezeit Samenbildung möglich
    Aug Mäßig Nein Nein Halbschattig Möglich Samenreife Weniger gießen
    Sep Mäßig Nein Ja Halbschattig Nein Einziehen beginnt Ruhe einleiten
    Okt Wenig Nein Nein Schattig Nein Ruhephase Kühl halten
    Nov Wenig Nein Nein Schattig Nein Ruhephase Topf nicht austrocknen lassen
    Dez Wenig Nein Nein Schattig Nein Ruhephase Ruhe respektieren

    Meine Erfahrungen mit Epipactis

    Epipactis ist keine typische Zimmerorchidee. Viele Arten leben im Boden, reagieren auf Standortwechsel empfindlich und brauchen einen ausgeprägten Jahresrhythmus mit Winterkälte. In naturnaher Kultur gelingt sie eher in Töpfen im Kalthaus, Frühbeet oder geschützten Außenbereich. Besonders wichtig sind humose, lockere Erde, gleichmäßige Feuchtigkeit im Wachstum und eine ungestörte Ruhephase nach dem Einziehen.

    Beliebte Arten von Epipactis

    Epipactis helleborine

    Sehr bekannte, weit verbreitete Art aus Europa.

    Epipactis palustris

    Attraktive Art feuchter Standorte mit zarter Blüte.

    Epipactis gigantea

    Nordamerikanische Art mit größerem Wuchs und auffälligerer Blüte.

    Häufige Probleme & Lösungen

    SymptomUrsacheLösung
    Austrieb wird abgefressen Schneckenfraß Frühzeitig schützen und regelmäßig kontrollieren Rhizom fault im Winter

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    Nützliches Zubehör

    Wird ähnlich gepflegt wie Epipactis

    Häufige Fragen

    Ist Epipactis für die Wohnung geeignet?

    Meist nein, weil die Gattung Winterkälte und einen natürlichen Jahresrhythmus braucht.

    Braucht Epipactis Frost?

    Viele Arten brauchen zumindest deutliche Winterkühle, manche tolerieren auch Frost.

    Kann man Epipactis im Beet pflanzen?

    Ja, an passenden, geschützten Standorten mit humosem Boden.

    Warum verschwindet die Pflanze im Winter?

    Das ist normal, die oberirdischen Teile ziehen ein.

    Ist Epipactis leicht zu vermehren?

    Nein, die Vermehrung gilt in Kultur eher als anspruchsvoll.