Ich gieße Haworthien lieber seltener, dann aber durchdringend – sie danken es mit festem Gewebe und sattem Grün. Fenstertypen stelle ich im Sommer etwas weiter vom Südfenster weg; die Zeichnung bleibt so kontrastreicher. Umtopfen alle 2–3 Jahre in frisches, sehr mineralisches Substrat hat meine Verluste gegen null gedrückt.
Haworthia – Pflege, Vermehrung & Arten

Allgemeine Infos über Haworthia
Kompakte, rosettige Sukkulenten aus Südafrika mit dickfleischigen, oft gemusterten Blättern. Viele Arten bilden Ausläufer und dichte Polster. „Fenster-Arten“ (z. B. H. cooperi) besitzen durchscheinende Blattspitzen. Sehr dankbar auf hellen Plätzen ohne knallige Mittagssonne und mit sehr durchlässigem, mineralischem Substrat.- Botanischer Name: Haworthia
- Trivialname: Haworthie, Zwerg-Aloe (irreführend, aber verbreitet)
- Gattung: Haworthia
- Familie: Asphodelaceae (Unterfamilie Asphodeloideae)
- Ordnung: Asparagales
- Herkunft: Südafrika (v. a. Western/Eastern/Northern Cape), lokal teils auch südliches Namibia; halbschattige Standorte, Böschungen, Felsritzen.
- Verwendungszwecke: Zimmerpflanze, Büro, Schalenbepflanzungen, Mini-Arrangements, Sammlerobjekt
- Arten: 60
- Preis: 4–120 €
- Seltenheitsgrad: verbreitet
- Giftig: Nein
Wie sehen Haworthia aus?
- Blüte: Feine, weiße bis cremefarbene, schlanke Röhrenblüten an langen, dünnen Blütenständen („Schäften“); eher dezent, dafür oft zuverlässig.
- Blütenfarben: Weiß, creme; gelegentlich grünlich geadert
- Blütezeit: Europa: meist April–August
- Wuchsform: Meist stammlos rosettig, oft Ausläufer bildend (Polster), wenige mit kurzem Spross
- Wuchsgeschwindigkeit: mittel
- Höhe: 15 cm
- Durchmesser: 13 cm
Die Haworthia-Pflege in Kurzform
- Licht (Sommer): Helles, gefiltertes Licht; keine knallige Mittagssonne
- Licht (Winter): So hell wie möglich (Fensterbank, Zusatzlicht optional)
- Temperatur (Sommer): Optimal 18–30 °C; kurzzeitig bis 35 °C bei sehr gutem Luftzug möglich
- Temperatur (Winter): 5–12 °C (trocken), alternativ 10–15 °C bei reduzierter Wassergabe
- Substrat: Sehr mineralisch, extrem durchlässig (z. B. 60–80 % Bims/Lava/Perlit/Kies + 20–40 % feine humusarme Komponente). pH neutral bis leicht sauer.
- Gießen: Durchdringend gießen, dann vollständig abtrocknen lassen. Wachstumsbetont im Frühjahr/Herbst, moderat im Sommer (bei Hitze eher pausieren), im Winter sehr sparsam. Kein Wasser in Rosetten stehen lassen.
- Schwierigkeit: leicht
- Vermehrung: Aussaat, Teilung, Blattstecklinge
Pflegeanleitung in 90 Sekunden
- Standort: Hell bis halbschattig mit Morgen-/Abendsonne; keine direkte Mittagssonne. Im Winter möglichst hell platzieren.
- Substrat: Sehr mineralisch & durchlässig: ca. 60–80 % Bims/Lava/Perlit + 20–40 % feinkörnige, humusarme Komponente.
- Gießen: Durchdringend gießen, dann vollständig abtrocknen lassen. Frühjahr/Herbst moderat, Sommer bei Hitze reduzieren, Winter sehr sparsam. Kein Wasser in der Rosette stehen lassen.
- Umtopfen: Alle 2–3 Jahre in frisches, mineralisches Substrat; beste Zeit März–Mai. Topf mit großem Abzugsloch, Untersetzer nach dem Gießen leeren.
- Warnsignale: Weiche/glasige Blätter = zu nass; langtriebig/hell = zu dunkel (Vergeilung); braune Flecken = Sonnenbrand; „Watte“ in Achseln/Wurzeln = Wollläuse → isolieren & behandeln.
Die Haworthia-Pflege im Detail
Licht & Standort
Haworthien stehen ideal hell bis halbschattig mit Morgen- oder Abendsonne.
Direkte Mittagssonne führt häufig zu Sonnenbrand, besonders bei „Fenster“-Arten.
Im Winter so hell wie möglich platzieren (Fensterbank, ggf. Zusatzlicht).
Substrat
Entscheidend ist maximale Drainage: 60–80 % mineralische Anteile (Bims, Lava, Perlit, grober Kies)
plus 20–40 % feinkörnige, humusarme Komponente. Topf mit großem Abzugsloch wählen; Untersetzer nach
dem Gießen entleeren. Leicht saures bis neutrales Milieu ist ideal.
Gießen
Durchdringend gießen, dann vollständig abtrocknen lassen. Im Frühjahr/Herbst regelmäßiger, im Hochsommer
bei Hitze eher reduziert (kurze „Sommerpause“), im Winter sehr sparsam. Niemals Wasser in der Rosette stehen lassen.
Temperatur
Wachstum bei 18–30 °C; kurzzeitig bis 35 °C bei guter Luftbewegung möglich.
Für eine sichere Winterruhe 5–12 °C (fast trocken). Alternativ 10–15 °C mit stark reduzierter Wassergabe.
Düngung
In der Wachstumszeit (April–September) alle 4–6 Wochen schwach düngen (Kakteen-/Sukkulentendünger mit 1/4–1/2 Dosierung).
Im Winter nicht düngen. Nach dem Umtopfen 4–6 Wochen pausieren.
Vermehrung von Haworthia
Haworthien lassen sich auf mehrere Arten vermehren:
Teilung/Kindel
Die einfachste Methode. Seitentriebe vorsichtig abtrennen, leicht antrocknen lassen und in mineralisches Substrat setzen.
Aussaat
Langsam, aber lohnend. Feines, sterilisiertes Substrat verwenden und konstant leicht feucht halten; Keimung nach 2–4 Wochen.
Blattstecklinge
Nur bei geeigneten Arten (z. B. H. cymbiformis) möglich. Einzelne Blätter antrocknen lassen, dann flach auf feuchtes Substrat legen; sehr langsame Bewurzelung.
Saison-Kalender
– = keine Aktivität + = gering ++ = aktiv/intensiv
| Monat | Gießen | Düngen | Umtopfen | Sonne | Blüte | Winter | Hinweise |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Januar | - | - | - | + | - | ++ | sehr hell, fast trocken |
| Februar | - | - | - | + | - | ++ | nur schlückchenweise gießen |
| März | + | + | ++ | + | + | - | Start in die Saison |
| April | ++ | + | + | + | ++ | - | Hauptwachstum beginnt |
| Mai | ++ | + | + | + | ++ | - | nicht in Mittagssonne |
| Juni | + | + | - | + | + | - | bei Hitze eher pausieren |
| Juli | + | - | - | + | - | - | sehr luftiger Platz |
| August | + | - | - | + | - | - | Schonen bei >30 °C |
| September | ++ | + | + | + | + | - | zweite Wachstumswelle |
| Oktober | + | + | + | + | + | - | Wassergaben reduzieren |
| November | - | - | - | + | - | ++ | kühl & trocken halten |
| Dezember | - | - | - | + | - | ++ | Vollruhe, sehr hell |
Meine Erfahrungen mit Haworthia
Beliebte Arten von Haworthia
Haworthia cooperi
kugelige, durchscheinende „Fenster“-Blätter; bildet dichte Polster.
Haworthia cymbiformis
bootförmige, weiche Blätter, oft mit hellen Fenstern.
Haworthia retusa
dreieckige, flache Blattspitzen, sehr geometrische Rosette.
Haworthia truncata
faszinierende, „abgeschnittene“ Blattspitzen in Reihung.
Haworthia mirabilis
dunklere Rosetten mit feiner Zeichnung, variable Formen.
Haworthia magnifica
kompakte, stark gezeichnete Blätter, kontrastreich.
Haworthia springbokvlakensis
dichtstehende, markant gezeichnete Blätter; sammlerwürdig.
Haworthia mutica
glatte, glänzende Blattoberseiten, sehr elegante Rosette.
Haworthia emelyae
dreieckige Blätter mit marmorierter Oberfläche; viele Lokalformen.
Häufige Probleme & Lösungen
| Symptom | Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| Weiche, glasige Blätter | Überwässerung/Wurzelfäule | Sofort trockenstellen, faules Gewebe entfernen, in frisches, mineralisches Substrat neu bewurzeln. |
| Lange, helle Triebe („vergeilt“) | Zu dunkel | Deutlich heller stellen, ggf. Pflanzenlampe; langsam an mehr Licht gewöhnen. |
| Braune, trockene Flecken | Sonnenbrand | Schattieren, Standortwechsel, langsame Gewöhnung an Sonne. |
| Stagnation trotz guter Pflege | Zu kalte, nasse Erde oder zu nährstoffarm über lange Zeit | Wärmer & luftiger, Gießrhythmus prüfen, moderat düngen. |
| Weiße Watte in Achseln/Wurzeln | Wollläuse/Wurzelläuse | Systemisches Mittel oder Isopropanol-Behandlung, Substrat wechseln, Quarantäne. |
| Schrumpelige Blätter trotz Gießens | Wurzelschaden oder noch nicht bewurzelt | Wurzeln prüfen, neu bewurzeln; anschließend gemäßigt gießen. |
Diese Gattungen werden ähnlich gepflegt wie Haworthia
Häufige Fragen
Wie kann ich Haworthia bewurzeln lassen?
Haworthien wurzeln zuverlässig aus Blattstecklingen oder Kindeln. Ein abgetrenntes Segment wird ein bis zwei Tage antrocknen gelassen und anschließend in ein sehr mineralisches Substrat gesetzt. Bei leicht feuchter Erde und heller, indirekter Sonne bilden sich nach wenigen Wochen neue Wurzeln.
Wie vermehrt man Haworthien?
Am einfachsten über Kindel: Die kleinen Seitensprosse werden mit einem sauberen Schnitt entfernt und wie eine eigenständige Pflanze eingetopft. Möglich ist auch die Blattvermehrung, wobei nicht jedes Blatt austreibt – Geduld ist hier Teil des Spiels.
Kann Haworthie in Wasser wachsen?
Reines Wasser ist kein Dauerstandort, aber für kurze Zeit funktioniert „Water-Propagation“. Ein Blatt oder Kindel wird knapp über der Oberfläche gehalten, sodass nur die Luftfeuchtigkeit wirkt. Sobald Wurzeln gebildet werden, sollte die Pflanze in ein luftiges Substrat umziehen.
Wie groß wird eine Haworthia?
Die meisten Arten bleiben kompakt und bilden Rosetten von etwa 8 bis 15 cm Durchmesser. Einige Sorten wachsen etwas höher, meist aber nicht über 20 cm. Die kleinen, dichten Rosetten machen Haworthien zu idealen Fensterbank-Bewohnern.
Wie pflegt man eine Haworthia?
Wann blüht Haworthia?
Je nach Art erscheinen die unscheinbaren, aber charmanten Blütenstände meist im Frühjahr oder Sommer. Einige Sorten schieben auch im Herbst einen Blütenstiel, sofern sie genug Licht und eine kurze Ruhephase hatten.



