Hemerocallis – Pflege, Vermehrung & Arten (aus eigener Kultur)

Allgemeine Infos über Hemerocallis

  • Botanischer Name: Hemerocallis
  • Trivialname: Taglilie
  • Gattung: Hemerocallis
  • Familie: Asphodelaceae
  • Ordnung: Asparagales
  • Herkunft: Die Gattung stammt aus Europa und Asien, mit einem Schwerpunkt in Ostasien. Viele heute kultivierte Sorten und Hybriden sind gärtnerisch stark selektiert und weichen in Blütenfarbe, Wuchshöhe und Blütezeit deutlich von den Wildarten ab.
  • Verwendungszwecke: Freiland, Solitärpflanze, Schnittblume
  • Arten: Ca. 15
  • Preis: Junge Pflanzen sind meist günstig erhältlich, seltene Sorten und moderne Züchtungen können deutlich teurer sein.
  • Seltenheitsgrad: Verbreitet
  • Giftig: Ja

Wie sehen Hemerocallis aus?

  • Blüte: Die Blüten sind groß, trichterförmig bis sternförmig und erscheinen an aufrechten, meist verzweigten Blütenständen. Einzelne Blüten halten oft nur einen Tag, doch gut eingewachsene Pflanzen bilden über Wochen zahlreiche Knospen nach.
  • Blütenfarben: Gelb, Orange, Rot, Pink, Creme, Zweifarbig, Mehrfarbig
  • Blütezeit: Juni, Juli, August
  • Wuchsform: Rasenbildend
  • Höhe: 80 cm – Je nach Art und Sorte werden Taglilien meist etwa 40 bis 80 cm hoch, kräftige Blütenstiele können teils noch etwas höher aufragen.
  • Durchmesser: 70 cm – Ein etablierter Horst erreicht oft etwa 40 bis 70 cm Breite und nimmt mit den Jahren durch Teilung und Verdichtung weiter zu.

Die Hemerocallis-Pflege in Kurzform

    Sonniger bis halbschattiger Platz, lockerer humoser Boden und gleichmäßige Feuchtigkeit während der Wachstumszeit sind die wichtigsten Punkte. Eingewachsene Horste sind robust, danken aber Wasser und etwas Dünger mit deutlich besserer Blüte. Staunässe im Winter sollte vermieden werden.

    Die Hemerocallis-Pflege im Detail

    Hemerocallis wächst am besten in nährstoffreichem, durchlässigem und humosem Boden. Im Frühjahr hilft eine Gabe Kompost oder Langzeitdünger beim Austrieb. Während der Knospenbildung und Blüte sollte der Boden nicht völlig austrocknen. Verblühte Blüten können aus optischen Gründen entfernt werden, nötig ist das aber nicht zwingend. Nach einigen Jahren lohnt sich eine Teilung, wenn der Horst zu dicht wird oder die Blühfreude nachlässt. Im Winter ist die Gattung im Beet meist gut winterhart, nur an dauerhaft nassen Standorten steigt das Ausfallrisiko.

    Vermehrung von Hemerocallis

    Die sicherste Vermehrung erfolgt über Teilung älterer Horste. Dafür hebt man die Pflanze im Frühjahr oder Frühherbst aus, trennt kräftige Teilstücke mit mehreren Triebbasen ab und setzt sie in lockeren, humosen Boden wieder ein. Nach der Teilung sollte gleichmäßig gegossen werden, bis die Pflanzen wieder fest eingewurzelt sind. Eine Aussaat ist grundsätzlich möglich, wird bei Sorten aber kaum genutzt, weil Nachkommen nicht sortenecht ausfallen.

    Saison-Kalender

    – = keine Aktivität · + = gering · ++ = aktiv/intensiv

    Monat Gießen Düngen Umtopfen Sonne Blüte Winter Hinweise
    Jan Mäßig Nein Nein Hell Nein Winterhart im Beet Staunässe vermeiden
    Feb Mäßig Nein Nein Hell Nein Winterhart im Beet Altlaub entfernen
    Mär Mäßig Ja Nein Sonnig bis halbschattig Nein Austrieb beginnt Kompost geben
    Apr Regelmäßig Ja Ja Sonnig bis halbschattig Nein Wachstumsstart Bei Trockenheit wässern
    Mai Regelmäßig Ja Ja Sonnig bis halbschattig Ja Kräftiges Wachstum Schnecken kontrollieren
    Jun Regelmäßig Ja Nein Sonnig bis halbschattig Ja Blütezeit Verblühtes ausputzen
    Jul Regelmäßig Nein Nein Sonnig bis halbschattig Ja Blütezeit Bei Hitze wässern
    Aug Mäßig Nein Nein Sonnig bis halbschattig Ja Nachblüte möglich Teilung planen
    Sep Mäßig Nein Ja Sonnig bis halbschattig Nein Einziehen beginnt Gute Pflanzzeit
    Okt Mäßig Nein Ja Hell Nein Ruhephase Teilung möglich
    Nov Wenig Nein Nein Hell Nein Ruhephase Ruhe respektieren
    Dez Wenig Nein Nein Hell Nein Ruhephase Nicht zu nass halten

    Meine Erfahrungen mit Hemerocallis

    Hemerocallis ist im Garten meist eine dankbare und gut kalkulierbare Gattung. Eingewachsene Pflanzen kommen mit kurzen Trockenphasen oft besser zurecht als viele andere Stauden, blühen aber deutlich reicher, wenn sie im Frühjahr Nährstoffe und im Sommer ausreichend Wasser bekommen. In schweren, nassen Böden lässt die Vitalität meist schneller nach als in lockeren, humosen Beeten.

    Beliebte Arten von Hemerocallis

    Hemerocallis fulva

    Sehr robuste Art mit orangefarbenen Blüten und kräftigem Wuchs.

    Hemerocallis lilioasphodelus

    Zeigt gelbe, duftende Blüten und einen eher klassischen Wildartencharakter.

    Hemerocallis citrina

    Bildet schlanke Blüten mit hellem Gelbton und späterer Blüte.

    Hemerocallis minor

    Bleibt vergleichsweise kompakt und eignet sich gut für naturnahe Pflanzungen.

    Häufige Probleme & Lösungen

    SymptomUrsacheLösung
    Blätter mit Fraßlöchern Schnecken fressen junge Austriebe Junge Triebe schützen und regelmäßig absammeln. Schwache Blüte

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    Häufige Fragen

    Ist Hemerocallis winterhart?

    Ja, die meisten Taglilien sind im Freiland gut winterhart und treiben im Frühjahr zuverlässig wieder aus.

    Wie viel Sonne braucht Hemerocallis?

    Am besten blüht die Gattung an sonnigen bis halbschattigen Standorten mit mehreren Stunden Licht pro Tag.

    Wann teilt man Hemerocallis am besten?

    Gut geeignet sind das Frühjahr vor dem starken Austrieb oder der Frühherbst nach der Hauptblüte.

    Warum blüht meine Taglilie kaum?

    Häufig sind zu wenig Sonne, ein überalterter Horst oder längere Trockenheit in der Knospenphase die Ursache.

    Kann Hemerocallis im Kübel wachsen?

    Ja, mit ausreichend großem Topf und regelmäßiger Wasserversorgung ist das möglich, im Beet entwickelt sie sich aber meist kräftiger.