Kickxia – Pflege, Vermehrung & Arten (aus eigener Kultur)

Allgemeine Infos über Kickxia

  • Botanischer Name: Kickxia
  • Trivialname: Tännelkraut
  • Gattung: Kickxia
  • Familie: Plantaginaceae
  • Ordnung: Lamiales
  • Herkunft: Europa, Macaronesien, Nordafrika, Sahara- und Sahelregionen, Arabische Halbinsel, Zentralasien und Himalaya; einzelne Arten sind in weiteren Regionen eingebürgert.
  • Verwendungszwecke: Freiland, Hochbeet, Bodenbedecker
  • Arten: Ca. 25 bis 30 Arten.
  • Preis: Als Zierpflanze selten gehandelt; Samen oder Pflanzen treten eher in Wildpflanzenmischungen, Äckern oder botanischen Sammlungen auf.
  • Seltenheitsgrad: Selten
  • Giftig: Nein

Wie sehen Kickxia aus?

  • Blüte: Kleine, rachenförmige Blüten mit Sporn, häufig gelblich, violett, cremefarben oder zweifarbig. Die Blüten sind klein, aber bei genauer Betrachtung sehr charakteristisch.
  • Blütenfarben: Gelb, Violett, Lila, Creme, Zweifarbig
  • Blütezeit: Juni, Juli, August, September, Oktober
  • Wuchsform: Kriechend, Bodendecker
  • Höhe: 40 cm – Viele Kickxia-Arten bleiben flach bis aufsteigend und erreichen etwa 10 bis 40 cm Höhe.
  • Durchmesser: 80 cm – Kriechende Triebe können einzelne Pflanzen auf etwa 30 bis 80 cm Breite ausdehnen.

Die Kickxia-Pflege in Kurzform

    Kickxia braucht einen hellen, offenen und eher mageren Standort. Gieße so, dass die Erde während der Keimung leicht feucht bleibt und später eher abtrocknen darf. Gedüngt wird nur schwach in der Wachstumszeit. Im Winter gilt: Die meisten Arten werden über Samen erhalten und nicht als mehrjährige Zimmerpflanzen überwintert. Bei seltenen Arten ist eine Topfkultur oft sicherer, weil Feuchtigkeit, Substrat und Kälte besser kontrolliert werden können.

    Die Kickxia-Pflege im Detail

    Kickxia wird am sichersten kultiviert, wenn der Standort möglichst nah am Naturhabitat liegt. Offene, sonnige bis halbschattige Stellen mit wenig Konkurrenz passen besser als dicht bepflanzte, nährstoffreiche Beete. Wichtig ist ein ruhiger Wasserhaushalt: Nach dem Anwachsen wird nur mäßig gegossen; zu viel Wasser fördert weiche Triebe und Pilzprobleme. Das Substrat sollte sandig, locker, eher mager und gut abtrocknend sein und darf nicht dauerhaft in einem Zustand bleiben, der zu Fäulnis führt. Während der Hauptwachstumszeit reicht eine schwache, vorsichtige Düngung; stark vorgedüngte Erde ist bei vielen Arten ungünstig. Im Winter gilt: Viele Arten überwintern als Samen oder kurzlebige Jungpflanzen; dauerhafte warme Zimmerkultur ist nicht nötig. Die Vermehrung gelingt am besten über Aussaat und gezielte Samenreife. Sämlinge oder Stecklinge werden zunächst hell, aber geschützt gehalten und erst nach sichtbarem Wachstum normaler versorgt.

    Vermehrung von Kickxia

    Kickxia wird fast ausschließlich über Samen vermehrt. Die Samen werden flach in ein feinkrümeliges, mageres Substrat gesät und nur leicht bedeckt. Jungpflanzen brauchen viel Licht und sollten nicht zu dicht stehen, weil feuchte, luftarme Aussaaten schnell kippen. Da viele Arten einjährig sind, ist die Samenreife der wichtigste Schritt zur Erhaltung. In milden Lagen kann Selbstaussaat auftreten, im Topf sollte Saatgut gezielt gesammelt werden.

    Saison-Kalender

    – = keine Aktivität · + = gering · ++ = aktiv/intensiv

    Monat Gießen Düngen Umtopfen Sonne Blüte Winter Hinweise
    Jan Nicht nötig Nicht düngen Nicht nötig Hell Ruhe Als Samen Saat trocken lagern
    Feb Nicht nötig Nicht düngen Nicht nötig Hell Ruhe Als Samen Saat trocken lagern
    Mär Sparsam Nicht düngen Aussaat möglich Sonnig Ruhe Keimung möglich Nicht zu nass säen
    Apr Mäßig Schwach düngen Aussaat möglich Sonnig Ansatz möglich Wachstum Pikieren vermeiden
    Mai Mäßig Schwach düngen Jungpflanzen setzen Sonnig Hauptzeit Wachstum Konkurrenz niedrig halten
    Jun Mäßig Nicht düngen Nur vorsichtig Vollsonnig Hauptzeit Wachstum Samenstände beobachten
    Jul Sparsam Nicht düngen Nicht ideal Vollsonnig Hauptzeit Trockenphase Bei Hitze nicht übergießen
    Aug Sparsam Nicht düngen Nicht ideal Vollsonnig Nachblüte möglich Trockenphase Saatgut ausreifen lassen
    Sep Sparsam Nicht düngen Saatgut sichern Sonnig Samenreife Samenreife Samen sammeln
    Okt Nur Keimlinge Nicht düngen Aussaat mild möglich Sonnig Abklingend Als Samen Nur milde Lagen nutzen
    Nov Nicht nötig Nicht düngen Nicht nötig Hell Ruhe Als Samen Trocken lagern
    Dez Nicht nötig Nicht düngen Nicht nötig Hell Ruhe Als Samen Trocken lagern

    Meine Erfahrungen mit Kickxia

    Kickxia ist vor allem eine Gattung für Sammler und botanisch interessierte Kultur. Die Kultur ist eher mit kurzlebigen Wildkräutern als mit klassischen Stauden vergleichbar. Wer die Gattung erhalten möchte, sollte auf Samenreife achten und offene Bodenstellen zulassen. In normaler Zimmerkultur entstehen die meisten Probleme nicht durch zu wenig Dünger, sondern durch unpassende Feuchte, zu dunklen Stand oder zu schwere Erde. Wer die Art im Topf hält, sollte lieber langsam und kontrolliert arbeiten, statt häufig umzustellen.

    Beliebte Arten von Kickxia

    Kickxia elatine

    Ist eine kriechende bis niederliegende Art mit kleinen gelb-violetten Blüten.

    Kickxia spuria

    Ist ein einjähriges Tännelkraut offener Standorte mit kleinen rachenförmigen Blüten.

    Kickxia commutata

    Kommt im Mittelmeerraum vor und wächst auf offenen, trockeneren Standorten.

    Kickxia aegyptiaca

    Ist eine Art trockener Regionen Nordafrikas und angrenzender Gebiete.

    Kickxia cirrhosa

    Ist eine mediterran verbreitete Art mit zierlichem Wuchs.

    Häufige Probleme & Lösungen

    SymptomUrsacheLösung
    Symptom Ursache Lösung Keine Keimung

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    Häufige Fragen

    Ist Kickxia pflegeleicht?

    Kickxia ist eher eine Spezialgattung. Entscheidend sind passende Feuchtigkeit, viel Licht ohne extreme Kulturfehler und ein Substrat, das zum Naturstandort passt.

    Kann Kickxia im Topf wachsen?

    Ja, eine Topfkultur ist möglich, wenn Wasserführung und Substrat angepasst werden. Bei seltenen Arten ist ein kontrollierter Topf oft sicherer als ein normaler Gartenstandort.

    Wie wird Kickxia vermehrt?

    Meist gelingt die Vermehrung über Samen, Stecklinge oder Teilung, je nach Wuchsform der jeweiligen Art. Frisches Material und saubere Kulturbedingungen sind wichtiger als hohe Düngergaben.

    Ist Kickxia winterhart?

    Viele Kickxia-Arten sind kurzlebig oder einjährig. Entscheidend ist daher weniger die Winterhärte der Einzelpflanze als die Erhaltung über Samen.

    Ist Kickxia giftig?

    Kickxia gilt nicht als klassische Giftpflanze, ist aber auch keine Nahrungspflanze. Ohne sichere Bestimmung sollte sie nicht gegessen werden.