Melocactus – Pflege, Vermehrung & Arten (aus eigener Kultur)

Melocactus – Botanische Illustration des Habitus

Allgemeine Infos über Melocactus

Melocactus ist eine tropisch bis subtropisch verbreitete Kakteengattung, die im Alter ein markantes Cephalium bildet. Diese Pflanzen sind ausgesprochen dekorativ, aber deutlich wärmebedürftiger als viele andere Kakteen.
  • Botanischer Name: Melocactus
  • Trivialname: Türkenbundkaktus
  • Gattung: Melocactus
  • Familie: Cactaceae
  • Ordnung: Caryophyllales
  • Herkunft: Melocactus ist in der Karibik, in Mittelamerika und in nördlichen bis östlichen Teilen Südamerikas verbreitet. Viele Arten wachsen in warmen, sonnigen und sehr luftigen Habitaten auf Fels, Kies oder sandigen Böden.
  • Verwendungszwecke: Fensterbank, Gewächshaus, Wintergarten
  • Arten: Rund 35 bis 40 Arten.
  • Preis: Junge Pflanzen kosten meist etwa 10 bis 35 €, größere Cephalium-Exemplare deutlich mehr.
  • Seltenheitsgrad: Verbreitet
  • Giftig: Nein

Wie sehen Melocactus aus?

Melocactus – Botanische Detailillustration
Melocactus – Botanische Illustration der Blüte
  • Blüte:

    Die eigentlichen Blüten erscheinen klein aus dem Cephalium und sind meist pink bis magenta gefärbt. Das Cephalium aus Borsten und Filz ist oft das auffälligste Merkmal der Gattung.

  • Blütenfarben: Pink, Magenta
  • Blütezeit: Juni, Juli, August, September
  • Wuchsform: Rosette
  • Wuchsgeschwindigkeit: Langsam
  • Höhe: 30 cm – Viele Melocactus bleiben zunächst kugelig und erreichen später meist etwa 10 bis 30 cm Höhe, ältere Exemplare mit Cephalium wirken höher.
  • Durchmesser: 20 cm – Der Körperdurchmesser liegt bei häufig kultivierten Arten oft zwischen 8 und 20 cm.

Die Melocactus-Pflege in Kurzform

  • Licht (Sommer): Volle Sonne
  • Licht (Winter): Vollsonne
  • Temperatur (Sommer): Warm (24–30 °C)
  • Temperatur (Winter): Warm (16-25 °C)
  • Substrat: Rein mineralisch, Sukkulenten-/Kakteenmischung, Sandig
  • Gießen: Sparsam, gut abtrocknen lassen
  • Schwierigkeit: Schwer
  • Dünger (Häufigkeit): Monatlich
  • Dünger (Art): Spezieller Kakteen-Dünger
  • Vermehrung: Aussaat
  • Schädlinge: Wollläuse, Schildläuse, Spinnmilben
  • Krankheiten: Wurzelfäule, Stamm-/Kronenfäule, Sonnenbrand

Sehr hell und ganzjährig warm kultivieren. Im Sommer sparsam bis mäßig gießen, im Winter deutlich weniger, aber niemals kalt und nass halten.

Die Melocactus-Pflege im Detail

Melocactus braucht viel Licht, Wärme und ein extrem gut drainierendes Substrat. Gießwasser sollte in der Wachstumszeit nur gegeben werden, wenn das Substrat komplett trocken geworden ist. Im Winter bleibt die Pflanze heller und wärmer als klassische Wüstenkakteen. Temperaturen deutlich unter milder Zimmerwärme sind riskant. Eine schwache Kakteendüngung im Sommer reicht völlig aus.

Vermehrung von Melocactus

Melocactus wird fast immer durch Aussaat vermehrt. Die Keimung gelingt bei Wärme, hoher Luftfeuchte und sehr heller, aber nicht brennender Umgebung. Da die Pflanzen ungern gestört werden und keine Kälte mögen, ist eine gleichmäßige Kultur der Jungpflanzen besonders wichtig.

Melocactus – Botanische Illustration der Vermehrung
Melocactus – Botanische Illustration von Frucht und Samen

Saison-Kalender

– = keine Aktivität · + = gering · ++ = aktiv/intensiv

Monat Gießen Düngen Umtopfen Sonne Blüte Winter Hinweise
Jan Sehr wenig Nein Nein Vollsonnig Nein Warm und sehr hell Nie kalt halten
Feb Sehr wenig Nein Nein Vollsonnig Nein Warm und sehr hell Keine Staunässe
Mär Wenig Nein Ja Vollsonnig Nein Vorsichtig starten Wurzeln prüfen
Apr Mäßig Mäßig Ja Vollsonnig Möglich Wachstum beginnt Langsam an Wasser gewöhnen
Mai Durchdringend Ja Nein Vollsonnig Ja Aktiv Nur warm gießen
Jun Durchdringend Ja Nein Vollsonnig Ja Aktiv Luftig kultivieren
Jul Durchdringend Ja Nein Vollsonnig Ja Aktiv Sonnenschutz bei Hitzespitzen
Aug Durchdringend Ja Nein Vollsonnig Ja Aktiv Auf Cephalium achten
Sep Mäßig Mäßig Nein Vollsonnig Ja Aktiv bis spät Düngung reduzieren
Okt Wenig Nein Nein Vollsonnig Möglich Weniger gießen Sehr hell überwintern
Nov Sehr wenig Nein Nein Vollsonnig Nein Warm halten Nicht unterkühlen
Dez Sehr wenig Nein Nein Vollsonnig Nein Warm halten Ruhe ohne Kälte

Meine Erfahrungen mit Melocactus

Melocactus ist so ein botanischer Frechdachs: sieht nach Standardkaktus aus, verhält sich aber viel tropischer. Der größte Fehler ist eine zu kalte Überwinterung. Während viele andere Kakteen kühl stehen dürfen, möchte Melocactus dauerhaft warm und hell bleiben. Wer das beachtet, mit Wasser zurückhaltend bleibt und keine schwere Erde verwendet, kann auch langfristig schöne Pflanzen mit Cephalium kultivieren.

Beliebte Arten von Melocactus

Melocactus matanzanus

Bleibt relativ kompakt und ist eine beliebte Art für die Kultur.

Melocactus azureus

Zeigt einen attraktiven blaugrünen Körper und markantes Cephalium.

Melocactus ernestii

Ist für kräftige Bedornung und den typischen Habitus bekannt.

Melocactus – Botanische Illustration des natürlichen Lebensraums

Häufige Probleme & Lösungen

SymptomUrsacheLösung
Weiche Stellen am Körper Kälteschaden oder Fäulnis Warm stellen, trocken halten und geschädigte Bereiche kontrollieren Braune verbrannte Epidermis

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Nützliches Zubehör

Wird ähnlich gepflegt wie Melocactus

Häufige Fragen

Warum ist Melocactus schwieriger als andere Kakteen

Weil die Gattung ganzjährig mehr Wärme braucht und Kälte schlecht verträgt.

Was ist das Cephalium

Das ist der wollig-borstige Blühbereich älterer Pflanzen.

Kann Melocactus kalt überwintert werden

Nein, eine warme und helle Überwinterung ist deutlich sicherer.

Wie oft gießt man Melocactus

Nur nach kompletter Abtrocknung und im Winter sehr sparsam.

Ist Melocactus für die Fensterbank geeignet

Ja, wenn das Fenster sehr hell und die Kultur ganzjährig warm ist.