Ophioglossella ist keine Orchidee für die Fensterbank im klassischen Sinn. Entscheidend sind eine hohe Luftfeuchte, kleine Gießintervalle ohne Staunässe und ein sehr luftiges, feines Substrat. Sobald die Wurzeln längere Zeit zu nass oder zu trocken stehen, reagieren die Pflanzen schnell mit Wachstumsstopp. In gleichmäßig warmen Vitrinen oder im kleinen Gewächshaus lässt sich die Gattung deutlich sicherer kultivieren als frei im Wohnraum.
Ophioglossella – Pflege, Vermehrung & Arten (aus eigener Kultur)

Allgemeine Infos über Ophioglossella
- Botanischer Name: Ophioglossella
- Gattung: Ophioglossella
- Familie: Orchidaceae
- Ordnung: Asparagales
- Herkunft: Neuguinea, vor allem montane bis feuchte tropische Waldgebiete.
- Verwendungszwecke: Gewächshaus
- Arten: 1
- Preis: Kaum im Handel, meist nur in Spezialsammlungen oder Tauschkreisen.
- Seltenheitsgrad: Kaum erhältlich
- Giftig: Nein
Wie sehen Ophioglossella aus?
- Blüte: Die Blüten sind klein, hell bis weißlich und zart gebaut. Die Pflanzen wirken insgesamt fein und eher unscheinbar, dafür botanisch sehr interessant. Die Blüten erscheinen an kurzen bis mäßig langen Blütenständen und benötigen eine gleichmäßige Kultur ohne starke Trockenphasen.
- Blütenfarben: Weiß, Pink
- Blütezeit: März, April, Mai, September, Oktober, November
- Wuchsform: Monopodial
- Höhe: 12 cm – Die Pflanzen bleiben meist klein und erreichen etwa 8 bis 12 cm Höhe ohne langen Blütenstand.
- Durchmesser: 10 cm – Eine einzelne Pflanze beansprucht meist etwa 6 bis 10 cm Breite.
Die Ophioglossella-Pflege in Kurzform
Hell, warm und luftfeucht kultivieren. Das Substrat soll nie vernässen, aber auch nicht völlig austrocknen. Ideal sind feine Rinde mit etwas Sphagnum, regelmäßiges vorsichtiges Gießen und eine schwache Orchideendüngung im Wachstum. Direkte harte Sonne vermeiden.
Die Ophioglossella-Pflege im Detail
Ophioglossella bevorzugt helles, gefiltertes Licht ohne pralle Mittagssonne. Temperaturen sollten ganzjährig eher warm und stabil bleiben. Das Substrat muss fein, locker und gut belüftet sein, weil die Wurzeln empfindlich auf Sauerstoffmangel reagieren. Gießen erfolgt in kleinen, regelmäßigen Mengen, sodass die Wurzeln nie lange nass stehen. Zwischen den Wassergaben darf das Material leicht antrocknen, aber nicht knochentrocken werden. Die Luftfeuchte sollte möglichst hoch sein, gleichzeitig ist Luftbewegung wichtig, um Pilzprobleme zu vermeiden. Gedüngt wird nur schwach und eher kontinuierlich während aktiven Wachstums. Umtopfen nur bei klarer Notwendigkeit, da die Gattung empfindlich auf Störungen reagiert.
Vermehrung von Ophioglossella
Die Vermehrung ist in der Praxis schwierig. Da Ophioglossella monopodial wächst und nur sehr langsam zulegt, kommt eine Teilung nur bei kräftigen, mehrtriebigen Exemplaren überhaupt infrage. In Sammlungen wird die Gattung deshalb nur selten aktiv vermehrt. Aussaat ist grundsätzlich möglich, bleibt aber eher spezialisierten Labor- oder Flaschenkulturbedingungen vorbehalten. Für Hobbykultur ist die beste Strategie meist, eine etablierte Pflanze möglichst störungsfrei weiterzupflegen.
Saison-Kalender
– = keine Aktivität · + = gering · ++ = aktiv/intensiv
| Monat | Gießen | Düngen | Umtopfen | Sonne | Blüte | Winter | Hinweise |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jan | Mäßig | Wenig | Nein | Hell ohne direkte Mittagssonne | Möglich | Warm und luftfeucht halten | Keine Staunässe |
| Feb | Mäßig | Wenig | Nein | Hell ohne direkte Mittagssonne | Möglich | Warm und luftfeucht halten | Auf Luftbewegung achten |
| Mär | Regelmäßig | Mäßig | Ja | Hell indirekt | Häufig | Wie ganzjährig | Wachstumsbeginn beobachten |
| Apr | Regelmäßig | Mäßig | Ja | Hell indirekt | Häufig | Wie ganzjährig | Nur schwach düngen |
| Mai | Regelmäßig | Mäßig | Ja | Hell indirekt | Möglich | Wie ganzjährig | Feinwurzelig behandeln |
| Jun | Regelmäßig | Mäßig | Nein | Hell indirekt | Selten | Wie ganzjährig | Nicht austrocknen lassen |
| Jul | Regelmäßig | Mäßig | Nein | Hell indirekt | Selten | Wie ganzjährig | Luftfeuchte hoch halten |
| Aug | Regelmäßig | Mäßig | Nein | Hell indirekt | Möglich | Wie ganzjährig | Auf Pilzbefall achten |
| Sep | Regelmäßig | Mäßig | Ja | Hell indirekt | Häufig | Wie ganzjährig | Bei Bedarf umsetzen |
| Okt | Regelmäßig | Mäßig | Nein | Hell indirekt | Häufig | Wie ganzjährig | Ruhig weiterpflegen |
| Nov | Mäßig | Wenig | Nein | Hell ohne direkte Mittagssonne | Möglich | Warm und stabil | Licht nicht zu stark reduzieren |
| Dez | Mäßig | Wenig | Nein | Hell ohne direkte Mittagssonne | Selten | Warm und stabil | Konstant kultivieren |
Meine Erfahrungen mit Ophioglossella
Beliebte Arten von Ophioglossella
Ophioglossella chrysostoma
Die einzige anerkannte Art der Gattung mit kleiner, botanisch sehr interessanter Blüte.
Häufige Probleme & Lösungen
| Symptom | Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| Weiche Wurzeln und Stillstand | Zu nasses Substrat und mangelnde Luftbewegung | Sofort luftiger topfen, weniger dicht gießen und für Luftzirkulation sorgen Fahle Blätter und schwaches Wachstum |
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Wird ähnlich gepflegt wie Ophioglossella
Häufige Fragen
Ist Ophioglossella für Anfänger geeignet?
Nein, die Gattung ist wegen ihrer Seltenheit und ihrer Ansprüche eher für erfahrene Orchideenhalter geeignet.
Kann Ophioglossella auf der Fensterbank wachsen?
Nur sehr eingeschränkt. Deutlich besser sind Vitrine, Terrarium oder Gewächshaus mit höherer Luftfeuchte.
Wie oft sollte ich gießen?
Regelmäßig in kleinen Mengen. Das Substrat darf leicht antrocknen, aber nicht völlig austrocknen.
Braucht die Gattung eine ausgeprägte Ruhezeit?
Meist nicht. Wichtiger sind gleichmäßige Bedingungen über das Jahr.
Warum reagiert die Pflanze so empfindlich auf Umtopfen?
Weil sie feinwurzelig und langsam wachsend ist. Jede Störung kostet viel Kraft.
