Orchipedum – Pflege, Vermehrung & Arten (aus eigener Kultur)

Orchipedum – Botanische Illustration des Habitus

Allgemeine Infos über Orchipedum

  • Botanischer Name: Orchipedum
  • Gattung: Orchipedum
  • Familie: Orchidaceae
  • Ordnung: Asparagales
  • Herkunft: Indochina bis westliches und zentrales Malesien, je nach Art unter anderem Thailand, Vietnam und Philippinen.
  • Verwendungszwecke: Gewächshaus, Wintergarten
  • Arten: 3
  • Preis: Sehr selten und teuer, meist nur bei Spezialgärtnereien.
  • Seltenheitsgrad: Kaum erhältlich
  • Giftig: Nein

Wie sehen Orchipedum aus?

  • Blüte: Die Blüten erinnern an Frauenschuh-Orchideen und sind einzeln bis wenigblütig, auffällig geformt und botanisch sehr reizvoll. Die Pflanzen wachsen aus einem kriechenden Rhizom und blühen meist nicht üppig, sondern eher selektiv an gut etablierten Trieben. Der Zierwert liegt in der besonderen Blütenform und der Seltenheit der Gattung.
  • Blütenfarben: Gelb, Braun, Grün, Zweifarbig
  • Blütezeit: Februar, März, April, Mai, Oktober, November
  • Wuchsform: Kriechend
  • Höhe: 20 cm – Blühfähige Pflanzen erreichen meist etwa 15 bis 20 cm Höhe, mit Blüte etwas mehr.
  • Durchmesser: 18 cm – Ein etablierter Rhizombereich kann etwa 12 bis 18 cm Breite einnehmen.

Die Orchipedum-Pflege in Kurzform

    Orchipedum braucht ein lockeres, leicht humoses Substrat, gleichmäßige Feuchtigkeit, hohe Luftfeuchte und helles, indirektes Licht. Staunässe unbedingt vermeiden. Warm bis mild kultivieren, nur schwach düngen und beim Umtopfen sehr vorsichtig mit dem Rhizom umgehen.

    Die Orchipedum-Pflege im Detail

    Orchipedum wird am besten hell, aber ohne direkte Sonne kultiviert. Das Substrat darf humoser sein als bei vielen epiphytischen Orchideen, muss aber dennoch sehr luftig bleiben. Bewährt haben sich lockere Mischungen mit feiner Rinde, strukturstabilen humosen Bestandteilen und etwas Sphagnum. Gegossen wird regelmäßig, sodass der Wurzelbereich nie völlig austrocknet. Gleichzeitig muss überschüssiges Wasser rasch abfließen. Die Temperaturen dürfen warm bis mild sein, abrupte Kälte oder trockene Heizungsluft sind ungünstig. Gedüngt wird nur schwach, bevorzugt in der Wachstumszeit. Umtopfen erfolgt am besten zum Neutrieb, wenn frische Wurzeln erscheinen. Schnecken, Trauermücken und Fäulnis sind die häufigsten praktischen Probleme.

    Vermehrung von Orchipedum

    Orchipedum lässt sich am ehesten durch vorsichtige Rhizomteilung vermehren. Das sollte nur bei kräftigen, etablierten Pflanzen mit mehreren aktiven Wachstumspunkten erfolgen. Jede Teilung muss genügend eigene Wurzeln und wenigstens einen starken Trieb besitzen, sonst stockt die Pflanze lange oder geht ganz verloren. Aussaat ist möglich, spielt im Hobbybereich aber kaum eine Rolle. Nach einer Teilung ist eine ruhige, warme und leicht feuchte Nachkultur wichtiger als häufiges Manipulieren.

    Saison-Kalender

    – = keine Aktivität · + = gering · ++ = aktiv/intensiv

    Monat Gießen Düngen Umtopfen Sonne Blüte Winter Hinweise
    Jan Mäßig Wenig Nein Hell indirekt Möglich Leicht trockener, aber nicht austrocknen Rhizom kontrollieren
    Feb Regelmäßig Wenig Nein Hell indirekt Häufig Warm bis mild halten Keine Staunässe
    Mär Regelmäßig Mäßig Ja Hell indirekt Häufig Wachstumsbeginn Guter Umtopfzeitpunkt
    Apr Regelmäßig Mäßig Ja Hell indirekt Häufig Wie im Wachstum Schnecken fernhalten
    Mai Regelmäßig Mäßig Ja Halbschatten Möglich Konstant feucht Luftfeuchte erhöhen
    Jun Regelmäßig Mäßig Nein Halbschatten Selten Luftig halten Keine pralle Sonne
    Jul Regelmäßig Mäßig Nein Halbschatten Selten Nicht überhitzen Substrat locker halten
    Aug Regelmäßig Mäßig Nein Halbschatten Selten Gleichmäßig Pilzbefall vorbeugen
    Sep Regelmäßig Mäßig Ja Hell indirekt Möglich Weiterkultivieren Bei Bedarf teilen
    Okt Regelmäßig Mäßig Nein Hell indirekt Häufig Stabil halten Nur schwach düngen
    Nov Mäßig Wenig Nein Hell indirekt Möglich Etwas weniger düngen Kühlere Nächte vermeiden
    Dez Mäßig Wenig Nein Hell indirekt Selten Ruhe ohne Trockenstress Geduldig pflegen

    Meine Erfahrungen mit Orchipedum

    Orchipedum ist heikel, aber nicht unmöglich. Entscheidend ist ein lockeres, leicht humoses, stets luftiges Substrat, das gleichmäßig feucht bleibt, ohne zu verdichten. Viele Ausfälle entstehen nicht durch Trockenheit, sondern durch schleichende Fäulnis im Rhizombereich. Wer sauber gießt, wenig düngt und die Pflanzen nicht ständig stört, hat die besten Chancen auf langfristig gesunde Triebe.

    Beliebte Arten von Orchipedum

    Orchipedum plantaginifolium

    Historisch bekannte Art mit frauenschuhähnlicher Blüte und sehr seltener Kultur.

    Orchipedum wenzelii

    Philippinische Art mit rhizomatischem Wuchs und besonderem Sammlerwert.

    Orchipedum echinatum

    Sehr seltene Art aus Vietnam mit markanter, botanisch interessanter Blütenform.

    Häufige Probleme & Lösungen

    SymptomUrsacheLösung
    Rhizom wird weich Substrat zu dicht oder dauerhaft nass Sofort luftiger topfen und abgestorbene Teile entfernen Blätter vergilben langsam

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    Nützliches Zubehör

    Wird ähnlich gepflegt wie Orchipedum

    Häufige Fragen

    Ist Orchipedum mit Paphiopedilum vergleichbar?

    Teilweise in der Blütenform, aber kulturtechnisch ist Orchipedum meist noch anspruchsvoller.

    Braucht Orchipedum eine Ruhezeit?

    Keine harte Trockenruhe. Im Winter etwas zurückhaltender gießen reicht meist aus.

    Wie feucht darf das Substrat sein?

    Gleichmäßig leicht feucht, aber niemals verdichtet oder sumpfig.

    Kann ich Orchipedum teilen?

    Ja, aber nur große, kräftige Pflanzen und sehr vorsichtig.

    Warum fault Orchipedum so leicht?

    Weil Rhizom und Wurzeln empfindlich auf Sauerstoffmangel und altes, nasses Substrat reagieren.