Ricinus – Pflege, Vermehrung & Arten (aus eigener Kultur)

Allgemeine Infos über Ricinus

  • Botanischer Name: Ricinus
  • Trivialname: Wunderbaum, Rizinus
  • Gattung: Ricinus
  • Familie: Euphorbiaceae
  • Ordnung: Malpighiales
  • Herkunft: Wahrscheinlich ursprünglich aus Nordostafrika; heute in den Tropen und Subtropen weltweit kultiviert, verwildert und eingebürgert.
  • Verwendungszwecke: Terrasse, Freiland, Hochbeet, Solitärpflanze
  • Arten: 1 Art
  • Preis: Saatgut ist meist günstig erhältlich; Jungpflanzen kosten saisonal häufig etwa 3 bis 12 €.
  • Seltenheitsgrad: Häufig
  • Giftig: Ja

Wie sehen Ricinus aus?

  • Blüte: Die Blüten stehen in aufrechten Blütenständen mit männlichen und weiblichen Blüten. Sie sind meist grünlich bis rötlich, während die stacheligen Fruchtstände deutlich auffälliger wirken.
  • Blütenfarben: Grün, Creme, Rot
  • Blütezeit: Juli, August, September, Oktober
  • Wuchsform: Strauch, Baumförmig
  • Höhe: 300 cm – In Mitteleuropa erreicht Ricinus in einer Saison oft 150 bis 300 cm Höhe, in tropischen Regionen kann er deutlich größer werden.
  • Durchmesser: 180 cm – Freistehende Pflanzen erreichen im Sommer häufig 100 bis 180 cm Breite, bei sehr guter Versorgung auch mehr.
  • Nutzpflanze: Ja

Die Ricinus-Pflege in Kurzform

    Ricinus braucht volle Sonne, Wärme, viel Wasser und reichlich Nährstoffe. In guter Erde wächst die Pflanze extrem schnell und bildet große Blätter sowie auffällige Fruchtstände. Im Kübel muss sehr regelmäßig gegossen und gedüngt werden. Die Pflanze ist nicht frosthart und wird in Mitteleuropa meist einjährig kultiviert. Wegen der hochgiftigen Samen ist sorgfältiger Umgang zwingend.

    Die Ricinus-Pflege im Detail

    Im Beet sollte Ricinus einen windgeschützten, vollsonnigen Standort mit tiefgründigem, nährstoffreichem Boden bekommen. Kompost oder organischer Dünger vor der Pflanzung verbessert den Start deutlich. Im Kübel ist ein großes Gefäß nötig, weil Wasser- und Nährstoffbedarf sehr hoch sind. Während heißer Phasen kann tägliches Gießen erforderlich sein. Verblühte Fruchtstände sollten entfernt werden, wenn keine Samenbildung gewünscht ist. Frost beendet die Kultur; Pflanzenreste und Samen müssen sicher entsorgt werden.

    Vermehrung von Ricinus

    Ricinus wird fast immer aus Samen gezogen. Die großen Samen keimen bei Wärme zuverlässig, sollten aber wegen ihrer Giftigkeit nur mit Handschuhen und außerhalb der Reichweite von Kindern oder Haustieren gehandhabt werden. Eine Aussaat im Haus ab März oder April ermöglicht große Pflanzen bis zum Sommer. Die Jungpflanzen werden hell und warm kultiviert und erst nach den letzten Frösten ins Freie gesetzt. Direktsaat ist in warmen Lagen möglich, führt aber später zu kleineren Pflanzen.

    Saison-Kalender

    – = keine Aktivität · + = gering · ++ = aktiv/intensiv

    Monat Gießen Düngen Umtopfen Sonne Blüte Winter Hinweise
    Jan Keine Kultur Nicht düngen Nicht nötig Sehr hell Keine Nicht winterhart Saat sicher lagern
    Feb Aussaat vorbereiten Nicht düngen Nicht nötig Sehr hell Keine Nicht winterhart Saat sicher lagern
    Mär Mäßig Schwach düngen Aussäen Sehr hell Keine Vorziehen Keimlinge warm halten
    Apr Regelmäßig Schwach düngen Pikieren Sonnig Keine Abhärten Giftigkeit beachten
    Mai Regelmäßig Wöchentlich düngen Auspflanzen Vollsonnig Selten Nach Frost auspflanzen Starkzehrer versorgen
    Jun Durchdringend Wöchentlich düngen Nur bei Bedarf Vollsonnig Möglich Normal pflegen Windschutz geben
    Jul Durchdringend Wöchentlich düngen Nicht stören Vollsonnig Möglich Normal pflegen Viel Wasser geben
    Aug Durchdringend Wöchentlich düngen Nicht stören Vollsonnig Möglich Normal pflegen Samenstände sichern
    Sep Regelmäßig Schwach düngen Nicht nötig Sonnig Möglich Samenreife beachten Samen nicht offen liegen lassen
    Okt Mäßig Nicht düngen Nicht nötig Hell Möglich Frost beendet Kultur Frostempfindlich
    Nov Keine Kultur Nicht düngen Nicht nötig Sehr hell Keine Nicht winterhart Pflanzenreste entfernen
    Dez Keine Kultur Nicht düngen Nicht nötig Sehr hell Keine Nicht winterhart Samen sicher entsorgen

    Meine Erfahrungen mit Ricinus

    Ricinus ist eine der schnellsten Strukturpflanzen für sonnige Sommerbeete, braucht dafür aber sehr viel Wasser, Nährstoffe und Wärme. Die Pflanze wirkt nur dann wirklich kräftig, wenn sie nicht in einem kleinen Topf hungert. Wegen der hochgiftigen Samen ist sie für Gärten mit Kindern oder Haustieren nur mit Vorsicht geeignet.

    Beliebte Arten von Ricinus

    Ricinus communis

    Einzige Art der Gattung, bekannt als Wunderbaum und Ursprungspflanze des Rizinusöls.

    Ricinus communis 'Carmencita'

    Ziersorte mit rötlichem Laub und auffälligen Fruchtständen.

    Ricinus communis 'Zanzibarensis'

    Sehr großwüchsige Zierform mit großen, tropisch wirkenden Blättern.

    Ricinus communis 'Impala'

    Kompaktere rotlaubige Sorte für Kübel und Sommerbeete.

    Häufige Probleme & Lösungen

    SymptomUrsacheLösung
    Schlappe Blätter Wassermangel bei Hitze oder zu kleiner Topf Durchdringend gießen und größeren Kübel verwenden Schwacher Wuchs

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    Nützliches Zubehör

    Wird ähnlich gepflegt wie Ricinus

    Häufige Fragen

    Ist Ricinus giftig?

    Ja, besonders die Samen sind hochgiftig und dürfen keinesfalls gegessen werden.

    Ist Ricinus winterhart?

    Nein, Ricinus ist frostempfindlich und wird in Mitteleuropa meist einjährig kultiviert.

    Wie schnell wächst Ricinus?

    Sehr schnell, bei Wärme und guter Versorgung oft mehrere Meter in einer Saison.

    Kann Ricinus im Kübel wachsen?

    Ja, aber nur in einem großen Kübel mit sehr regelmäßiger Wasser- und Nährstoffversorgung.

    Wann wird Ricinus ausgesät?

    Meist ab März oder April im Haus, ausgepflanzt wird erst nach den letzten Frösten.