Spathoglottis – Pflege, Vermehrung & Arten (aus eigener Kultur)

Spathoglottis – Botanische Illustration des Habitus

Allgemeine Infos über Spathoglottis

  • Botanischer Name: Spathoglottis
  • Trivialname: Erdorchidee
  • Gattung: Spathoglottis
  • Familie: Orchidaceae
  • Ordnung: Asparagales
  • Herkunft: Tropisches Asien, Südostasien, Pazifikinseln und Australien, meist in warmen, humosen und feuchten Lebensräumen am Boden.
  • Verwendungszwecke: Wohnraum, Wintergarten, Gewächshaus, Terrasse
  • Arten: Etwa 40 bis 50 Arten
  • Preis: 10–30 €
  • Seltenheitsgrad: Verbreitet
  • Giftig: Nein

Wie sehen Spathoglottis aus?

  • Blüte: Die Blüten stehen an aufrechten Rispen und erinnern je nach Art an klassische tropische Gartenorchideen. Häufig dominieren Rosa, Lila, Weiß oder Gelb. Die Blüten erscheinen nacheinander und können über längere Zeit für Farbe sorgen.
  • Blütenfarben: Pink, Lila, Weiß, Gelb, Violett
  • Blütezeit: April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober
  • Wuchsform: Strauch
  • Höhe: 60 cm – Je nach Art und Kultur erreichen Spathoglottis häufig etwa 30 bis 60 cm Höhe, Blütentriebe teils mehr.
  • Durchmesser: 40 cm – Ein kräftiger Horst kann in Kultur gut 30 bis 40 cm Breite erreichen.

Die Spathoglottis-Pflege in Kurzform

    Spathoglottis braucht viel Licht, warme Temperaturen und ein humoses, lockeres Substrat. Anders als viele epiphytische Orchideen darf sie gleichmäßig frischer und nährstoffreicher kultiviert werden. Während der Wachstumszeit regelmäßig gießen und schwach düngen. Im Winter warm und hell halten, aber etwas ruhiger pflegen.

    Die Spathoglottis-Pflege im Detail

    Als Erdorchidee möchte Spathoglottis nicht in grober, schnell austrocknender Standardrinde stehen, sondern in einer lockeren, humosen Mischung mit guter Drainage. Der Standort darf sehr hell sein, bei starker Sommermittagssonne ist in Innenräumen oder im Gewächshaus ein leichter Schutz sinnvoll. Die Pflanzen schätzen Wärme ganzjährig und reagieren auf Kälte empfindlich. Gegossen wird regelmäßig, sodass das Substrat gleichmäßig frisch bleibt. Kurzes Antrocknen ist möglich, längere Trockenheit schwächt jedoch Blüte und Wachstum. Während des aktiven Wachstums wird regelmäßig, aber nicht stark gedüngt. Alte Blütentriebe können nach dem Abblühen entfernt werden. Durch ihren kräftigen Wuchs verbraucht Spathoglottis das Substrat schneller als viele andere Orchideen und profitiert von gelegentlichem Umtopfen.

    Vermehrung von Spathoglottis

    Spathoglottis lässt sich am einfachsten durch Teilung kräftiger Horste vermehren. Dabei sollten die Teilstücke mehrere Triebe und gut entwickelte Wurzeln besitzen. Nach der Teilung wachsen die Pflanzen in warmen Bedingungen meist zügig wieder an. Viele Arten können theoretisch auch aus Samen gezogen werden, im Hobbybereich ist das wegen der sterilen Keimung aber unpraktisch. Bei älteren Pflanzen entstehen oft genügend Teilstücke, um sie beim Umtopfen problemlos zu vermehren.

    Saison-Kalender

    – = keine Aktivität · + = gering · ++ = aktiv/intensiv

    Monat Gießen Düngen Umtopfen Sonne Blüte Winter Hinweise
    Jan Mäßig Schwach Möglich Sehr hell Selten Warm und hell Nicht austrocknen lassen
    Feb Mäßig Schwach Gut möglich Sehr hell Selten Warm und hell Substrat locker halten
    Mär Regelmäßig Alle 3 Wochen Sehr gut Hell bis sonnig Beginn Wachstum nimmt zu Umtopfen vor Austrieb ideal
    Apr Regelmäßig Alle 2–3 Wochen Sehr gut Hell bis sonnig Hauptblüte Aktiv Stärker düngen
    Mai Regelmäßig Alle 2–3 Wochen Gut möglich Hell bis sonnig Hauptblüte Aktiv Wasserbedarf steigt
    Jun Regelmäßig Alle 2–3 Wochen Möglich Vor extremer Mittagshitze schützen Hauptblüte Aktiv Luftfeuchte hilft
    Jul Regelmäßig Alle 2–3 Wochen Möglich Vor extremer Mittagshitze schützen Hauptblüte Aktiv Blütenstände entfernen
    Aug Regelmäßig Alle 2–3 Wochen Möglich Hell bis sonnig Hauptblüte Aktiv Auf Schnecken achten
    Sep Regelmäßig Alle 3 Wochen Gut möglich Hell bis sonnig Hauptblüte Aktiv Teilung möglich
    Okt Mäßig Schwach Möglich Sehr hell Nachblüte Langsam reduzieren Düngung senken
    Nov Mäßig Kaum Eher nicht Sehr hell Selten Gleichmäßig warm Nicht kühl stellen
    Dez Mäßig Kaum Eher nicht Sehr hell Selten Gleichmäßig warm Heizungsluft ausgleichen

    Meine Erfahrungen mit Spathoglottis

    Spathoglottis verhält sich eher wie eine tropische Topfstaude als wie eine klassische epiphytische Orchidee. Mit reichlich Licht, Wärme und gleichmäßiger Feuchtigkeit wächst sie kräftig und dankt dies häufig mit langen Blühphasen. Probleme entstehen meist dann, wenn man sie zu trocken wie eine Rindenorchidee kultiviert oder im Winter zu kalt hält. Ein humoses, lockeres und zugleich drainiertes Substrat funktioniert deutlich besser als grobe reine Rinde.

    Beliebte Arten von Spathoglottis

    Spathoglottis plicata

    Ist die bekannteste Art und blüht bei guter Pflege sehr zuverlässig.

    Spathoglottis affinis

    Zeigt kräftigen Wuchs und attraktive Blütenstände.

    Spathoglottis pubescens

    Fällt durch gelbliche Blüten und tropischen Habitus auf.

    Spathoglottis kimballiana

    Ist in Sammlungen beliebt und wirkt besonders elegant.

    Spathoglottis unguiculata

    Gilt als interessante Art für warme, helle Kultur.

    Häufige Probleme & Lösungen

    SymptomUrsacheLösung
    Schlaffe Blätter und Wachstumsstopp Zu trockenes Substrat oder Hitze mit Wassermangel Gleichmäßiger feucht halten und nicht komplett austrocknen lassen Gelbe Blätter von unten

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    Nützliches Zubehör

    Wird ähnlich gepflegt wie Spathoglottis

    Häufige Fragen

    Ist Spathoglottis eine Zimmerorchidee?

    Ja, wenn sie sehr hell und warm steht, lässt sie sich gut im Haus oder Wintergarten kultivieren.

    Braucht Spathoglottis Erde statt Rinde?

    Sie wächst besser in einem humosen, lockeren Substrat als in grober reiner Rinde.

    Wie oft blüht Spathoglottis?

    Bei guten Bedingungen kann sie über viele Monate hinweg immer wieder Blüten nachschieben.

    Darf Spathoglottis austrocknen?

    Nein, längere Trockenphasen schwächen die Pflanze deutlich.

    Ist Spathoglottis für Anfänger geeignet?

    Ja, sie ist oft einfacher als viele empfindliche epiphytische Orchideen.