Tipularia – Pflege, Vermehrung & Arten (aus eigener Kultur)

Tipularia – Botanische Illustration des Habitus

Allgemeine Infos über Tipularia

  • Botanischer Name: Tipularia
  • Trivialname: Kranichfliegen-Orchidee
  • Gattung: Tipularia
  • Familie: Orchideen
  • Ordnung: Spargelartige
  • Herkunft: Nordamerika und Ostasien, meist in laubwaldgeprägten, humusreichen und eher schattigen Lebensräumen.
  • Verwendungszwecke: Gewächshaus, Wintergarten
  • Arten: Etwa 7
  • Preis: Selten im Handel, meist 20 bis 60 € je Pflanze, teils deutlich darüber.
  • Seltenheitsgrad: Kaum erhältlich
  • Giftig: Nein

Wie sehen Tipularia aus?

  • Blüte: Die Blüten erscheinen an schlanken, meist aufrechten Blütentrieben und wirken fein, zart und leicht skurril. Häufig sind gedämpfte Töne wie Gelb, Creme, Grün oder Braun vertreten, teils mit purpurfarbenen Anteilen.
  • Blütenfarben: Gelb, Braun, Creme, Grün, Zweifarbig
  • Blütezeit: Juni, Juli, August, September
  • Wuchsform: Zwiebelgewächs, Knollengewächs
  • Höhe: 35 cm – Je nach Art und Standort meist etwa 15 bis 35 cm hoch, kräftige Exemplare mit Blütentrieb teils auch etwas höher.
  • Durchmesser: 12 cm – Die einzelne Blattrosette beziehungsweise der oberirdische Bereich bleibt meist kompakt und erreicht ungefähr 5 bis 12 cm Durchmesser.

Die Tipularia-Pflege in Kurzform

    Hell bis schattig, humos und luftig kultivieren. Während des Wachstums gleichmäßig leicht feucht halten, aber niemals staunass. Im Winter kühler stellen und die Wassergaben reduzieren. Keine pralle Mittagssonne und keine groben Umtopfaktionen ohne Anlass.

    Die Tipularia-Pflege im Detail

    Im Detail braucht Tipularia einen geschützten Platz mit diffusem Licht, hoher Luftfeuchte und einem lockeren, humusreichen Substrat. Gut geeignet sind Mischungen mit feiner Rinde, Laubhumus, etwas Sphagnum und strukturstabilen Zuschlägen. Während des aktiven Wachstums sollte das Substrat nie komplett austrocknen, gleichzeitig aber immer gut belüftet bleiben. Im Winter oder in Ruhephasen wird sparsamer gegossen. Gedüngt wird nur schwach und nur in Phasen sichtbaren Wachstums. Umtopfen erfolgt möglichst selten und am besten zum Beginn eines neuen Austriebs. Hohe Temperaturen, stehende Nässe und direkte Sommersonne führen oft schnell zu Stress.

    Vermehrung von Tipularia

    Tipularia wird vor allem über Aussaat vermehrt, was wie bei vielen Orchideen sterile Bedingungen und geeignete Pilzpartner beziehungsweise Laborbedingungen voraussetzt. Eine vorsichtige Teilung ist nur bei kräftigen, älteren Pflanzen sinnvoll und sollte sich an den natürlichen Speicherorganen orientieren. Jede Teilung bremst die Entwicklung meist deutlich, deshalb ist Zurückhaltung ratsam. In Sammlungen ist Geduld wichtiger als häufiger Eingriff, weil sich die Gattung eher langsam etabliert.

    Saison-Kalender

    – = keine Aktivität · + = gering · ++ = aktiv/intensiv

    Monat Gießen Düngen Umtopfen Sonne Blüte Winter Hinweise
    Jan Mäßig Nein Nein Hell indirekt Nein Kühl und leicht feucht Keine Staunässe
    Feb Mäßig Nein Nein Hell indirekt Nein Kühl und leicht feucht Substrat locker halten
    Mär Mäßig Schwach Ja Halbschatten Nein Kühl Bei Bedarf vorsichtig umtopfen
    Apr Mäßig Schwach Ja Halbschatten Nein Kühl bis mild Austrieb beobachten
    Mai Mäßig Schwach Ja Halbschatten Teilweise Mild Feuchtigkeit erhöhen
    Jun Regelmäßig Mäßig Nein Halbschatten Ja Mild Gleichmäßig versorgen
    Jul Regelmäßig Mäßig Nein Halbschatten Ja Mild Nicht austrocknen lassen
    Aug Regelmäßig Mäßig Nein Halbschatten Ja Mild Blütentrieb stützen falls nötig
    Sep Mäßig Schwach Nein Halbschatten Ja Kühl bis mild Nach Blüte langsam reduzieren
    Okt Mäßig Nein Nein Hell indirekt Teilweise Kühl Ruhephase einleiten
    Nov Wenig Nein Nein Hell indirekt Nein Kalt bis kühl Kühler stellen
    Dez Wenig Nein Nein Hell indirekt Nein Kalt bis kühl Nur leicht feucht halten

    Meine Erfahrungen mit Tipularia

    Tipularia wirkt auf den ersten Blick unscheinbar, ist in der Kultur aber vor allem wegen ihres Jahresrhythmus spannend. Entscheidend ist ein lockeres, humoses, nie verdichtetes Substrat und ein kühler, geschützter Standort ohne starke Mittagssonne. Die Gattung verzeiht weder dauerhaftes Austrocknen noch nasse, luftarme Erde besonders gut. Wer Ruhephase, Lichtwechsel und Feuchtigkeit im Jahresverlauf sauber nachbildet, hat deutlich bessere Chancen auf stabile Pflanzen und regelmäßige Blüten.

    Beliebte Arten von Tipularia

    Tipularia discolor

    Die bekannteste Art mit einzelnem Blatt und feinen, zart wirkenden Sommerblüten.

    Tipularia japonica

    Ostasiatische Art mit ähnlichem saisonalem Wachstum und terrestrischer Lebensweise.

    Tipularia cunninghamii

    Kleinere Art aus Asien mit zurückhaltender, eleganter Erscheinung.

    Häufige Probleme & Lösungen

    SymptomUrsacheLösung
    Blätter werden weich oder vergilben Substrat ist zu nass oder verdichtet In luftigeres Substrat setzen und Gießmenge reduzieren Kein Austrieb nach der Ruhephase

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    Nützliches Zubehör

    Wird ähnlich gepflegt wie Tipularia

    Häufige Fragen

    Ist Tipularia für Anfänger geeignet?

    Nein, die Gattung gilt eher als schwierig und verlangt ein gutes Gefühl für Feuchtigkeit und Ruhephase.

    Braucht Tipularia viel Licht?

    Nein, heller Schatten oder Halbschatten ist meist besser als direkte Sonne.

    Wie wird Tipularia gegossen?

    Während des Wachstums gleichmäßig leicht feucht, in Ruhephasen deutlich sparsamer.

    Kann man Tipularia normal in Blumenerde halten?

    Nein, besser ist ein lockeres, humoses und luftiges Orchideensubstrat.

    Warum treibt meine Pflanze nicht wieder aus?

    Oft sind eine falsche Ruhephase, zu nasses Substrat oder geschädigte Speicherorgane die Ursache.