Welwitschia mirabilis ist in Kultur wesentlich spezieller als klassische Kakteen oder sukkulente Zimmerpflanzen. Die Art will zwar extreme Drainage, darf aber im aktiven Wachstum auch nicht komplett austrocknen wie ein Wüstenkaktus. Problematisch sind vor allem Wurzelstörungen, stehende Nässe und mangelnde Wärme im Wurzelbereich. Wer tiefe Töpfe, viel Licht, Wärme und ein hygienisches, luftiges Substrat bietet, hat die besten Chancen auf langfristig stabile Pflanzen.
Welwitschia – Pflege, Vermehrung & Arten (aus eigener Kultur)

Allgemeine Infos über Welwitschia
Welwitschia mirabilis ist eine der ungewöhnlichsten Wüstenpflanzen der Welt. Die Art bildet lebenslang nur zwei Blätter, einen gedrungenen Stamm und eine tiefe Pfahlwurzel und gilt als spektakuläre botanische Rarität aus der Namib.- Botanischer Name: Welwitschia mirabilis
- Trivialname: Welwitschie
- Gattung: Welwitschia
- Familie: Welwitschiaceae
- Ordnung: Gnetales
- Herkunft: Die Art stammt ausschließlich aus der Namib in Angola und Namibia. Dort wächst sie in extrem trockenen, nebelbeeinflussten Wüstengebieten auf mineralischen, sehr gut drainierten Böden.
- Verwendungszwecke: Gewächshaus, Wintergarten
- Arten: 1
- Preis: 25–150 €
- Seltenheitsgrad: Kaum erhältlich
- Giftig: Nein
Wie sehen Welwitschia aus?


- Blüte:
Welwitschia mirabilis bildet keine klassischen Blüten, sondern männliche und weibliche zapfenartige Fortpflanzungsorgane. Diese erscheinen bei ausreichend alten Pflanzen im Zentrum des Stammes.
- Wuchsgeschwindigkeit: Sehr langsam
- Höhe: 100 cm – Der verholzte Stamm bleibt relativ niedrig und erreicht meist bis etwa 1 m Höhe, während die Blätter deutlich länger werden können.
- Durchmesser: 300 cm – Mit den ausladenden, dauerhaft wachsenden Blättern kann die Pflanze im Alter mehrere Meter Breite einnehmen, auch wenn Topfkultur meist kleiner bleibt.
Die Welwitschia-Pflege in Kurzform
- Licht (Sommer): Volle Sonne
- Licht (Winter): Vollsonne
- Temperatur (Sommer): Warm (24–30 °C)
- Temperatur (Winter): Mild (10–15 °C)
- Substrat: Rein mineralisch, Sukkulenten-/Kakteenmischung, Sandig
- Gießen: Mäßig, leicht antrocknen lassen
- Schwierigkeit: Schwer
- Dünger (Häufigkeit): 1x pro Quartal
- Dünger (Art): Flüssigdünger im Gießwasser
- Vermehrung: Aussaat
- Schädlinge: Wollläuse, Trauermücken
- Krankheiten: Wurzelfäule, Chlorose, Pilzkrankheiten allgemein
Vollsonnig, warm und in tiefen Töpfen kultivieren. Sehr durchlässiges Substrat verwenden, aber in der Wachstumszeit nicht komplett austrocknen lassen. Wurzeln möglichst nie unnötig stören.
Die Welwitschia-Pflege im Detail
Welwitschia mirabilis verlangt eine Sonderbehandlung. Die Art braucht maximale Helligkeit, viel Wärme und ein tiefes Gefäß für die Pfahlwurzel. Das Substrat muss extrem gut drainieren, darf im Wachstum aber nicht so lange knochentrocken bleiben wie bei vielen Kakteen. Ideal ist eine vorsichtige, kontrollierte Wasserversorgung mit vollständigem Abfluss von Überschusswasser. Im Winter wird sparsamer gegossen, die Pflanze sollte jedoch weiterhin warm und sehr hell stehen. Umtopfen erfolgt nur selten, weil die Wurzeln empfindlich auf Störungen reagieren. Eine gute Luftbewegung und saubere Kultur sind wichtig, um Pilzprobleme zu vermeiden.
Vermehrung von Welwitschia
Welwitschia mirabilis wird praktisch ausschließlich aus Samen vermehrt. Die Aussaat sollte sauber, warm und in einem sehr luftigen, mineralisch geprägten Substrat erfolgen. Entscheidend ist ein Gleichgewicht aus Feuchtigkeit und Hygiene: Das Saatgut darf zum Keimen nicht austrocknen, Jungpflanzen reagieren aber empfindlich auf Pilzbefall und stehende Nässe. Da die Art eine lange Pfahlwurzel bildet, sollten schon junge Pflanzen in tiefen Gefäßen stehen. Vegetative Vermehrung spielt in der Kultur keine Rolle.


Saison-Kalender
– = keine Aktivität · + = gering · ++ = aktiv/intensiv
| Monat | Gießen | Düngen | Umtopfen | Sonne | Blüte | Winter | Hinweise |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jan | Sehr sparsam | Nein | Nein | Vollsonnig | Nicht relevant | Warm und sehr hell | Nicht völlig austrocknen lassen |
| Feb | Sehr sparsam | Nein | Nein | Vollsonnig | Nicht relevant | Warm und sehr hell | Tiefe Töpfe nutzen |
| Mär | Mäßig | Nein | Ja | Vollsonnig | Zapfenbildung bei alten Pflanzen möglich | Aktiver werden | Wurzeln nicht stören |
| Apr | Mäßig | Leicht | Ja | Vollsonnig | Zapfenbildung möglich | Aktiver werden | Nur vorsichtig umtopfen |
| Mai | Mäßig | Ja | Nein | Vollsonnig | Zapfenbildung möglich | Wachstumszeit | Sehr gute Lüftung |
| Jun | Mäßig | Ja | Nein | Vollsonnig | Zapfenbildung möglich | Wachstumszeit | Kein stehendes Wasser |
| Jul | Mäßig | Ja | Nein | Vollsonnig | Zapfenbildung möglich | Wachstumszeit | Pilzbefall vorbeugen |
| Aug | Mäßig | Ja | Nein | Vollsonnig | Zapfenbildung möglich | Wachstumszeit | Substrat locker halten |
| Sep | Mäßig | Nein | Nein | Vollsonnig | Zapfenbildung möglich | Wachstumszeit | Nicht überdüngen |
| Okt | Weniger | Nein | Nein | Vollsonnig | Nicht relevant | Wasser reduzieren | Wasser reduzieren |
| Nov | Sehr sparsam | Nein | Nein | Vollsonnig | Nicht relevant | Sehr hell halten | Warm kultivieren |
| Dez | Sehr sparsam | Nein | Nein | Vollsonnig | Nicht relevant | Sehr hell halten | Auf Pilzbefall achten |
Meine Erfahrungen mit Welwitschia mirabilis
Beliebte Arten von Welwitschia
Welwitschia mirabilis
Die einzige Art der Gattung und eine weltweit bekannte Wüstenrarität.
Welwitschia mirabilis Jungpflanze
Wird häufig aus Samen kultiviert und ist in jungen Jahren noch deutlich kompakter.
Welwitschia mirabilis Altpflanze
Sehr langsam wachsende Sammlerform mit stark verlängerten, bandförmigen Blättern.

Häufige Probleme & Lösungen
| Symptom | Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| Schwarze Basis oder faulige Wurzeln | Staunässe, verdichtetes Substrat oder beschädigte Wurzeln | Sofort trockener stellen, faules Gewebe entfernen und in tiefes, sehr durchlässiges Substrat setzen. Schimmel an Samen oder Jungpflanzen |
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Häufige Fragen
Ist Welwitschia mirabilis eine Sukkulente?
Sie wird oft zusammen mit Sukkulenten kultiviert, ist botanisch aber eine sehr eigenständige Gymnosperme.
Warum hat Welwitschia nur zwei Blätter?
Die Art bildet lebenslang nur ein einziges Blattpaar, das ständig an der Basis weiterwächst.
Ist die Pflege schwierig?
Ja, vor allem wegen der empfindlichen Wurzeln und der speziellen Wasserbalance.
Kann ich Welwitschia wie einen Kaktus trocken halten?
Nein, völlig austrocknen sollte sie in der aktiven Wachstumszeit nicht.
Warum braucht die Pflanze tiefe Töpfe?
Sie entwickelt eine lange Pfahlwurzel, die in flachen Gefäßen schnell Probleme bekommt.
