Terrestrische Orchideen wie Lepidogyne reagieren oft empfindlicher auf Kulturfehler als robuste Topforchideen. In der Praxis funktioniert ein lockeres, humoses, aber gut belüftetes Substrat deutlich besser als schwere, verdichtende Erde. Gleichmäßige Feuchte ohne Staunässe ist der wichtigste Punkt.
Lepidogyne – Pflege, Vermehrung & Arten (aus eigener Kultur)

Allgemeine Infos über Lepidogyne
- Botanischer Name: Lepidogyne
- Trivialname: Lepidogyne-Orchidee
- Gattung: Lepidogyne
- Familie: Orchidaceae
- Ordnung: Asparagales
- Herkunft: Malesien bis Neuguinea, darunter Malaysia, Indonesien, Philippinen und Neuguinea.
- Verwendungszwecke: Gewächshaus, Wintergarten
- Arten: 1
- Preis: Kaum im Handel, meist nur bei spezialisierten Sammlern oder botanisch orientierten Anbietern.
- Seltenheitsgrad: Kaum erhältlich
- Giftig: Nein
Wie sehen Lepidogyne aus?
- Blüte: Die Blüten erscheinen in aufrechten Ähren und sind eher klein bis mittelgroß. Farblich dominieren bräunlich bis rötliche Töne, oft mit heller Lippe und insgesamt eher zurückhaltender Wirkung.
- Blütenfarben: Braun, Rot, Weiß, Mehrfarbig
- Blütezeit: Januar, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, November, Dezember
- Wuchsform: Rasenbildend
- Höhe: 45 cm – Die Blütentriebe können je nach Kulturzustand und Alter etwa 30 bis 45 cm erreichen.
- Durchmesser: 25 cm – Eine einzelne Pflanze beziehungsweise ein kleiner Bestand erreicht häufig etwa 15 bis 25 cm Breite.
Die Lepidogyne-Pflege in Kurzform
Schattig bis hell indirekt, warm bis mild und gleichmäßig feucht kultivieren. Ein humoses, luftiges Substrat ist wichtig, Staunässe aber unbedingt zu vermeiden. Nur schwach düngen und die Wurzeln beim Umtopfen möglichst wenig stören.
Die Lepidogyne-Pflege im Detail
Lepidogyne wächst terrestrisch und bevorzugt ein feuchtes, humoses Waldsubstrat mit guter Durchlüftung. Geeignet sind lockere Mischungen aus feiner Rinde, Laubhumusanteil, etwas Sphagnum und weiteren strukturstabilen Bestandteilen. Der Standort sollte schattig bis hell indirekt sein. Direkte Sonne führt schnell zu Stress. Die Temperaturen dürfen mild bis warm ausfallen, im Winter etwas ruhiger, aber nicht kalt. Gegossen wird regelmäßig mit weichem Wasser, sodass das Substrat frisch bleibt, ohne zu vernässen. Gedüngt wird nur schwach in der Wachstumszeit. Beim Umtopfen ist Zurückhaltung sinnvoll, da empfindliche Wurzeln auf Störungen reagieren können.
Vermehrung von Lepidogyne
Eine Vermehrung erfolgt in Kultur am ehesten über vorsichtige Teilung größerer Bestände. Dabei muss genügend Wurzelmasse erhalten bleiben, weil terrestrische Orchideen nach dem Teilen oft langsam wieder anwachsen. Die Aussaat ist nur mit geeignetem Mykorrhiza- beziehungsweise Laboransatz realistisch und für die normale Hobbykultur nicht praktikabel.
Saison-Kalender
– = keine Aktivität · + = gering · ++ = aktiv/intensiv
| Monat | Gießen | Düngen | Umtopfen | Sonne | Blüte | Winter | Hinweise |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jan | Mäßig feucht | Sehr schwach | Nur bei Bedarf | Schattig bis hell indirekt | Möglich | Mild und gleichmäßig | Nicht austrocknen lassen |
| Feb | Mäßig feucht | Sehr schwach | Möglich | Schattig bis hell indirekt | Selten | Mild und gleichmäßig | Substrat luftig halten |
| Mär | Regelmäßig | Schwach dosiert | Gut möglich | Hell indirekt | Beginn | Wachstumsbeginn | Wasserqualität beachten |
| Apr | Regelmäßig | Schwach dosiert | Sehr gut | Hell indirekt | Häufig | Wachstumszeit | Nur schwach düngen |
| Mai | Regelmäßig | Schwach dosiert | Gut möglich | Hell indirekt | Häufig | Wachstumszeit | Staunässe vermeiden |
| Jun | Regelmäßig | Schwach dosiert | Möglich | Hell indirekt | Häufig | Wachstumszeit | Luftbewegung erhöhen |
| Jul | Regelmäßig | Schwach dosiert | Eher nicht | Hell indirekt | Häufig | Wachstumszeit | Bei Hitze kontrollieren |
| Aug | Regelmäßig | Schwach dosiert | Eher nicht | Hell indirekt | Häufig | Wachstumszeit | Schnecken beachten |
| Sep | Regelmäßig | Schwach dosiert | Möglich | Hell indirekt | Häufig | Wachstumszeit | Wurzeln schonen |
| Okt | Mäßig feucht | Reduziert | Gut möglich | Schattig bis hell indirekt | Möglich | Ruhiger | Düngung reduzieren |
| Nov | Mäßig feucht | Sehr schwach | Nur bei Bedarf | Schattig bis hell indirekt | Möglich | Ruhiger | Kühler, aber nicht kalt |
| Dez | Mäßig feucht | Sehr schwach | Nur bei Bedarf | Schattig bis hell indirekt | Möglich | Ruhiger | Substrat prüfen |
Meine Erfahrungen mit Lepidogyne
Beliebte Arten von Lepidogyne
Lepidogyne longifolia
Die einzige anerkannte Art der Gattung mit langen Blättern und aufrechter Blütenähre.
Häufige Probleme & Lösungen
| Symptom | Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| Gelbe Blätter und Wachstumsstopp | Substrat ist verdichtet oder Wurzeln stehen zu nass | Lockerer umtopfen und Wassergaben anpassen Pilzige Flecken am Trieb |
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Häufige Fragen
Ist Lepidogyne eine Topforchidee für das Wohnzimmer?
Nur bedingt, denn die Gattung ist selten und kulturtechnisch eher etwas für erfahrene Sammler.
Wächst Lepidogyne epiphytisch?
Nein, die Gattung gilt als terrestrisch.
Wie feucht sollte das Substrat sein?
Gleichmäßig frisch bis leicht feucht, aber niemals staunass.
Kann Lepidogyne volle Sonne vertragen?
Nein, schattige bis hell indirekte Bedingungen sind deutlich besser.
Ist Lepidogyne häufig im Handel?
Nein, sie ist meist nur selten erhältlich.







