Myrtillocactus – Pflege, Vermehrung & Arten (aus eigener Kultur)

Myrtillocactus – Botanische Illustration des Habitus

Allgemeine Infos über Myrtillocactus

Myrtillocactus ist eine bekannte mittelgroße bis große Kakteengattung aus Mexiko und Guatemala. Die blaugrünen Triebe, der meist baumartige Wuchs und die dunklen essbaren Früchte machen die Gattung besonders beliebt.
  • Botanischer Name: Myrtillocactus
  • Trivialname: Heidelbeerkaktus
  • Gattung: Myrtillocactus
  • Familie: Cactaceae
  • Ordnung: Caryophyllales
  • Herkunft: Mexiko bis Guatemala, in trockenen warmen Landschaften mit viel Sonne.
  • Verwendungszwecke: Fensterbank, Wohnraum, Gewächshaus, Wintergarten
  • Arten: 4 Arten
  • Preis: Meist gut verfügbar und moderat, besondere Formen teurer.
  • Seltenheitsgrad: Verbreitet
  • Giftig: Nein

Wie sehen Myrtillocactus aus?

Myrtillocactus – Botanische Detailillustration
Myrtillocactus – Botanische Illustration der Blüte
  • Blüte:

    Die Blüten sind meist klein, hell und eher unauffällig im Vergleich zum markanten Pflanzenkörper. Nach der Blüte entstehen oft dunkle, beerenartige Früchte.

  • Blütenfarben: Weiß, Grün, Creme
  • Blütezeit: Mai, Juni, Juli
  • Wuchsform: Säule, Strauch, Baumförmig
  • Wuchsgeschwindigkeit: Mittel
  • Höhe: 300 cm – In Kultur sind 100 bis 300 cm gut möglich, alte Exemplare können noch größer werden.
  • Durchmesser: 15 cm – Die einzelnen Triebe erreichen oft etwa 6 bis 15 cm Durchmesser, je nach Alter und Art.
  • Nutzpflanze: Ja

Die Myrtillocactus-Pflege in Kurzform

  • Licht (Sommer): Volle Sonne
  • Licht (Winter): Vollsonne
  • Temperatur (Sommer): Warm (24–30 °C)
  • Temperatur (Winter): Mild (10–15 °C)
  • Substrat: Rein mineralisch, Sukkulenten-/Kakteenmischung
  • Gießen: Mäßig, leicht antrocknen lassen
  • Schwierigkeit: Leicht
  • Dünger (Häufigkeit): Monatlich
  • Dünger (Art): Spezieller Kakteen-Dünger
  • Vermehrung: Aussaat, Stecklinge
  • Schädlinge: Wollläuse, Schildläuse, Spinnmilben
  • Krankheiten: Wurzelfäule, Sonnenbrand, Nährstoffmangel

Sehr hell bis vollsonnig halten. Im Sommer regelmäßig und gründlich gießen, danach wieder abtrocknen lassen. Im Winter hell, trocken und eher mild überwintern.

Die Myrtillocactus-Pflege im Detail

Myrtillocactus braucht viel Licht und bevorzugt sonnige Plätze. Ein durchlässiges, mineralisch geprägtes Substrat verhindert Wurzelfäule. In der Wachstumszeit wird regelmäßig gegossen, besonders bei warmem Wetter und aktiven Pflanzen. Zwischen den Gaben sollte das Substrat gut abtrocknen. Gedüngt wird sparsam, aber regelmäßig während des Sommers. Im Winter wird deutlich weniger gegossen. Die Gattung verträgt eher milde Winterruhe und möchte dabei trotzdem sehr hell stehen.

Vermehrung von Myrtillocactus

Myrtillocactus lässt sich sehr gut über Stecklinge vermehren. Abgeschnittene Triebstücke müssen vollständig abheilen, bevor sie in trockenes Substrat gesetzt werden. Wärme fördert das Anwurzeln deutlich. Die Aussaat ist ebenfalls unkompliziert, wenn frisches Saatgut verwendet wird. Jungpflanzen wachsen bei Wärme recht zügig. Bei starkem Wachstum brauchen die Pflanzen ausreichend Platz, damit der Wurzelballen nicht zum Dauerfeuchte-Klotz mutiert.

Myrtillocactus – Botanische Illustration der Vermehrung
Myrtillocactus – Botanische Illustration von Frucht und Samen

Saison-Kalender

– = keine Aktivität · + = gering · ++ = aktiv/intensiv

Monat Gießen Düngen Umtopfen Sonne Blüte Winter Hinweise
Jan Nein Nein Nein Voll Nein Trocken Hell und eher mild
Feb Sehr wenig Nein Nein Voll Nein Trocken Nicht eiskalt stellen
Mär Wenig Nein Ja Voll Nein Start Langsam an Wasser gewöhnen
Apr Mäßig Leicht Ja Voll Möglich Wachstum Sonnengewöhnung
Mai Durchdringend Ja Ja Voll Ja Wachstum Regelmäßige Kontrolle
Jun Durchdringend Ja Nein Voll Ja Wachstum Starkes Wachstum
Jul Durchdringend Ja Nein Voll Ja Wachstum Große Töpfe trocknen langsamer
Aug Durchdringend Ja Nein Voll Möglich Wachstum Nicht vernässen
Sep Mäßig Leicht Nein Voll Nein Ausklang Düngung auslaufen lassen
Okt Wenig Nein Nein Voll Nein Reduzieren Wasser senken
Nov Sehr wenig Nein Nein Voll Nein Trocken Sehr hell halten
Dez Nein Nein Nein Voll Nein Trocken Ruhephase

Meine Erfahrungen mit Myrtillocactus

Myrtillocactus ist eine dankbare Gattung und für größere, dekorative Solitäre hervorragend geeignet. Besonders Myrtillocactus geometrizans wächst bei guter Kultur überraschend zügig. Die Pflanze verzeiht einiges, aber nicht alles: kalte Nässe und dunkle Ecken gehören nicht zu ihren Hobbys. Wer Licht und Wärme liefert, bekommt eine skulpturale Zimmer- oder Wintergartenpflanze mit starkem Charakter.

Beliebte Arten von Myrtillocactus

Myrtillocactus geometrizans

Ist die bekannteste Art und bildet blaugrüne, kandelaberartige Triebe.

Myrtillocactus cochal

Wirkt kräftig und robust mit typischem säuligem Wuchs.

Myrtillocactus schenckii

Ist eine weniger häufige Art aus Mexiko mit ähnlicher Grundform.

Myrtillocactus eichlamii

Kommt aus Guatemala und zeigt ebenfalls den typischen Gattungscharakter.

Myrtillocactus – Botanische Illustration des natürlichen Lebensraums

Häufige Probleme & Lösungen

SymptomUrsacheLösung
Weicher Stammfuß Zu kalte Nässe Wärmer und trockener stellen, Wurzeln kontrollieren Blasse Triebe

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Nützliches Zubehör

Wird ähnlich gepflegt wie Myrtillocactus

Häufige Fragen

Ist Myrtillocactus anfängerfreundlich?

Ja, die Gattung gilt als recht unkompliziert.

Warum heißt sie Heidelbeerkaktus?

Wegen der dunklen, beerenartigen Früchte bei einigen Arten.

Kann Myrtillocactus im Wohnzimmer stehen?

Ja, wenn ein sehr heller Platz vorhanden ist.

Wie schnell wächst Myrtillocactus?

Bei Wärme und Licht oft mittel bis recht zügig.

Kann man Stecklinge bewurzeln?

Ja, das klappt meist sehr gut.