Carpobrotus – Pflege, Vermehrung & Arten (aus eigener Kultur)

Carpobrotus-blüte

Allgemeine Infos über Carpobrotus

Carpobrotus ist eine kriechende, teppichbildende sukkulente Gattung, die für ihre dreikantigen Blätter und großen, margeritenähnlichen Blüten bekannt ist. Sie wächst rasch, bewurzelt an jedem Knoten und kann weite Flächen bedecken. Die Pflanzen stammen ursprünglich aus südafrikanischen Küstengebieten und sind wegen ihrer enormen Robustheit in mediterranen Regionen verwildert.
  • Botanischer Name: Carpobrotus
  • Trivialname: Hottentotten-Feige, Meeresfeige
  • Gattung: Carpobrotus
  • Familie: Mittagsblumengewächse (Aizoaceae)
  • Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
  • Herkunft: Ursprünglich Südafrika (Kapregion). Eingebürgert in mediterranen, subtropischen und ozeanischen Küsten weltweit: Portugal, Spanien, Italien, Kalifornien, Australien, Neuseeland, Chile.
  • Verwendungszwecke: Bodendecker, Küstenbegrünung, Steingärten, Hängeampeln, Böschungen, mediterrane Kübelbepflanzung, Erosionsschutz.
  • Arten: etwa 12 bis 20 akzeptierte Arten
  • Preis: 3–20 €
  • Seltenheitsgrad: häufig
  • Giftig: Nein

Wie sehen Carpobrotus aus?

  • Blüte: Sehr große, strahlenförmige Blüten mit vielen feinen Petaloiden. Öffnen sich bei Sonne vollständig, schließen sich abends.
  • Blütenfarben: Gelb, Magenta, Rosa, Violett; je nach Art auch zweifarbig.
  • Blütezeit: April – September (in warmen Regionen fast ganzjährig möglich)
  • Wuchsform: Kriechend-teppichbildend; bewurzelt an Nodien.
  • Wuchsgeschwindigkeit: schnell
  • Höhe: 25 cm

Die Carpobrotus-Pflege in Kurzform

  • Licht (Sommer): Vollsonne – je mehr Licht, desto kompakter.
  • Licht (Winter): Sehr hell, gerne Südfenster.
  • Temperatur (Sommer): 20–35 °C problemlos
  • Temperatur (Winter): Mind. 5 °C, optimal 5–12 °C
  • Substrat: Mineralisch-sandig, sehr durchlässig. 60–80 % mineralische Bestandteile (Bims, Lava, Sand). Staunässe unbedingt vermeiden.
  • Gießen: Im Sommer mäßig, zwischen den Wassergaben abtrocknen lassen; im Winter minimal.
  • Schwierigkeit: leicht
  • Vermehrung: Aussaat, Stecklinge, Teilung

Pflegeanleitung in 90 Sekunden

  • Standort: Vollsonnig und warm; draußen wächst Carpobrotus am besten.
  • Substrat: Sehr sandig-mineralisch, extrem durchlässig.
  • Gießen: Im Sommer mäßig, im Winter fast trocken; keine Staunässe.
  • Umtopfen: Im Frühjahr in flache, breite Schalen setzen.
  • Warnsignale: Weiche Blätter = zu nass; blasse Blätter = zu dunkel; Schrumpeln = zu trocken.

Die Carpobrotus-Pflege im Detail

Licht & Standort

Carpobrotus liebt sonnige, warme Plätze und entwickelt in voller Sonne die kompakteste Wuchsform. Außenbereiche wie Balkon oder Terrasse sind ideal. Winterlich kühl und extrem hell gehalten, bleibt die Pflanze gesund und blüht im Frühjahr kräftiger.

Substrat

Ein hochmineralisches Substrat mit Sand, Bims und Lava ist entscheidend. Die Gattung reagiert empfindlich auf Staunässe, daher sollte der Topf stets gut drainieren. Flache Schalen eignen sich perfekt für die kriechende Wuchsform.

Gießen

Während der Wachstumszeit regelmäßig, aber immer erst gießen, wenn das Substrat deutlich abgetrocknet ist. Im Winter nahezu trocken halten. Das Wurzelwerk ist an Trockenheit angepasst und verzeiht kurze Durststrecken problemlos.

Temperatur

Im Sommer sind 20–35 °C optimal. Hitze wird hervorragend toleriert. Im Winter frostfrei halten, am besten zwischen 5 und 12 °C. Niedrigere Temperaturen können zu Schäden an den fleischigen Blättern führen.

Düngung

Während April bis August einmal pro Monat mit einem schwach dosierten Kakteendünger versorgen. Die Pflanzen benötigen nur geringe Mengen Nährstoffe, reagieren jedoch auf eine leichte Düngung mit kräftigem Wachstum.

Vermehrung von Carpobrotus

Stecklinge

Die einfachste und schnellste Methode. Ein Triebstück mit 2–3 Nodien abschneiden, ein bis zwei Tage antrocknen lassen und direkt in ein mineralisches Substrat stecken. Bewurzelt fast immer innerhalb weniger Tage und wächst sofort weiter.

Teilung / Ableger

Da Carpobrotus an jedem Knoten Wurzeln bildet, können ganze Teilstücke mit bereits vorhandenen Wurzeln abgetrennt und eingetopft werden. Ideal beim Umtopfen oder wenn die Pflanze über den Topfrand wächst.

Aussaat

Die Samen keimen zuverlässig bei warmen Temperaturen und viel Licht. Ein sehr mineralisches Substrat verwenden und nur leicht feucht halten. Jungpflanzen wachsen schnell und bilden früh Triebe.

Saison-Kalender

– = keine Aktivität + = gering ++ = aktiv/intensiv

Monat Gießen Düngen Umtopfen Sonne Blüte Winter Hinweise
Januar - - - + - ++ Sehr hell stellen
Februar - - - + - ++ Trocken halten
März + - + ++ - + Saisonstart
April + + + ++ + - Wuchsbeginn
Mai + + - ++ ++ - Ideale Wachstumszeit
Juni + + - ++ ++ - Hitze gut verträglich
Juli + + - ++ ++ - Starkes Wachstum
August + + - ++ ++ - Stecklinge möglich
September + + - ++ + - Wachstumsende
Oktober - - - + - -+ Gießen reduzieren
November - - - + - ++ Kühle, helle Überwinterung
Dezember - - - + - ++ Fast trocken halten

Meine Erfahrungen mit Carpobrotus

Carpobrotus wächst bei mir wie ein kleines grünes Monster – jeder Trieb, der den Topfrand erreicht, sucht sofort nach neuem Boden. Im Sommer kann man fast beim Wachsen zusehen. Stecklinge wurzeln so schnell, dass man sich wundert, wie anspruchslos diese Pflanzen eigentlich sind. Ein sonniger Balkon und eine Handvoll Sand machen sie schon glücklich.

Beliebte Arten von Carpobrotus

Carpobrotus edulis

kräftige gelbe bis violette Blüten, bildet massive Teppiche und hat essbare Früchte

Carpobrotus acinaciformis

breitere bläuliche Blätter, intensiv pinke Blüten, sehr wüchsig

Carpobrotus chilensis

kompakter, rötlich-grüne Blätter, rosa Blüten, ideal für Kübel

Carpobrotus virescens

hellgrüne Triebe mit zarten magentafarbenen Blüten

Carpobrotus deliciosus

süßliche Früchte, rosa bis lila Blüten, weniger invasiv

Carpobrotus quadrifidus

dicht wachsende Matten, klare purpurrosa Blüten

Carpobrotus mellei

weiche Blatttextur, kleinere aber sehr bunte Blüten

Carpobrotus rossii

robust, australischer Typ, violette Blüten, ideal für Hitze

Carpobrotus modestus

kompakt, langsameren Wuchs, kräftig gelbe Blüten

Häufige Probleme & Lösungen

SymptomUrsacheLösung
Weiche, matschige Blätter Zu viel Wasser Topf trocknen lassen, Substrat wechseln, sparsamer gießen
Blätter schrumpfen stark Zu trocken oder zu viel Sonne ohne Wasser moderat gießen, nicht dauerhaft austrocknen lassen
Blasse Blätter Lichtmangel an helleren Standort stellen
Schimmel am Substrat Dauerfeuchte Belüftung verbessern, Substrat lockerer mischen
Triebe verholzen, Pflanze „kippt“ Altersbedingt / Lichtmangel zurückschneiden, neue Stecklinge bewurzeln
Schädlingsbefall (Wollläuse) Zu wenig Luftbewegung abspülen, Alkoholbehandlung oder Neem-Einsatz

Video

Vorschau: YouTube-Video zu Carpobrotus

Dieses externe YouTube-Video zeigt anschaulich die Pflege von Carpobrotus. Es stammt nicht von sukkulenten-kaufen.de, sondern von einem unabhängigen YouTube-Kanal. Das Video wird erst geladen, wenn du aktiv auf „Abspielen“ klickst – dabei können Daten an YouTube (Google) übertragen werden.

Diese Gattungen werden ähnlich gepflegt wie Carpobrotus

Häufige Fragen

Ist Carpobrotus acinaciformis winterhart?

Carpobrotus acinaciformis ist in Mitteleuropa nicht zuverlässig winterhart. Kurzfristig halten ältere Pflanzen leichte Fröste bis ca. –2 °C aus, sterben aber bei anhaltender Kälte schnell ab. In Deutschland braucht die Art frostfreie Überwinterung.

Wie pflege ich Carpobrotus?

Die Gattung liebt volle Sonne, durchlässiges, sandig-mineralisches Substrat und eher sehr sparsame Wassergaben. Im Sommer warm und hell, im Winter kühl bis mild, aber frostfrei. Staunässe unbedingt vermeiden – die Triebe faulen sonst rasch.

Wie kann man Carpobrotus vermehren?

Am einfachsten über Stecklinge. Ein Stück Trieb abschneiden, 2–3 Tage antrocknen lassen und in sandiges Substrat stecken. Es wurzelt in wenigen Wochen. Aussaat funktioniert ebenfalls, ist aber deutlich langsamer.

Kann man Mittagsblumen essen?

Die Früchte einiger Carpobrotus-Arten sind essbar (z. B. die Hottentottenfeige), werden im Ursprungsgebiet sogar zu Marmelade oder Chutney verarbeitet. Blätter und Blüten sind nicht giftig, aber meist salzig-sauer und weniger attraktiv als Lebensmittel.

Ist die Hottentottenfeige winterhart?

Die Hottentottenfeige (Carpobrotus edulis) ist ebenfalls nicht winterhart. Sie benötigt geschützte, frostfreie Überwinterung. In Deutschland überlebt sie draußen normalerweise keinen Winter.